Korschenbroich: Mit eigenen Daten abgezockt

Dubiose Gewinnspielanbieter werden immer dreister: Sie setzen auf Telefonwerbung. Wie man sich vor der Abzocke schützen kann, war gestern Thema beim Info-Frühstück. 130 Senioren erhielten wertvolle Tipps.

Am Telefon wirbt die nette Stimme für eine lukrative Teilnahme an einem Gewinnspiel-Abo und plötzlich fehlt Geld auf dem Konto. Längst kein Einzelfall mehr. Der Zusammenhang zwischen Gewinnspielwerbung und daran gekoppelten Lastschriftbetrug wurde gestern beim Info-Frühstück im Kleinenbroicher "Treffpunkt" erklärt. 130 Senioren waren auf Einladung des Vereins "Sport ältere Generation" gekommen, um zu erfahren, wie sie sich erfolgreich vor unseriösen Gewinnspielanbietern schützen können.

"Gehen Sie sparsam mit Ihren Daten um", lautet dann auch der Appell von Monika Bley (56). Und noch eines gab die Verbraucherschützerin den aufmerksamen Zuhörern mit auf den Weg: "Kein Fremder schenkt Ihnen etwas."

Viele Vereinsmitglieder waren in den zurückliegenden Wochen immer wieder belästigt worden – per Telefon oder per Post. "Sie sind vielfach ratlos, wollen alles richtig machen und lassen sich dann doch überrumpeln", weiß Vorsitzende Mathilde Möbius (73), die ein halbes Dutzend Briefe mit Gewinnversprechungen präsentierte. Wenn ihr jemand etwas am Telefon verspricht, kennt Mathilde Möbius nur eine Antwort: "Ich überlasse Ihnen gerne meinen Gewinn." Doch so selbstbewusst, wie sie das ungewünschte Telefonat beendet, sind längst nicht alle. Mut zum Widerspruch machen daher Monika Bley (56) und Edda Nowak (39), Referentinnen von der Verbraucherzentrale Mönchengladbach.

Woher haben die Firmen die Telefonnummer? Es gibt Unternehmen, die Adressen vermieten oder verkaufen. Monika Bley rät: "Prüfen Sie daher genau, welche privaten Daten Sie an wen weitergeben."

Wie reagiert man richtig? "Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen", lautet der Appell von Edda Nowak. Sie empfiehlt: "Stellen Sie auf die erste Frage gleich eine Gegenfrage."

Was ist zu tun, wenn nach der Gewinnspielwerbung Geld auf dem Konto fehlt? Den Betrag sofort über das Geldinstitut zurückbuchen lassen und aufmerksam die Kontoauszüge kontrollieren.

Soll ein nicht geschlossener Vertrag gekündigt werden? Monika Bley rät sicherheitshalber zum "schriftlichen Widerruf".

Und was ist mit Mahnungen? "Nicht einschüchtern lassen, nicht reagieren", beruhigt Bley, "oder uns als Verbraucherzentrale einschalten."

(NGZ)
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