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Judo: Mit Disziplin und Ehrgeiz an die Spitze

Judo : Mit Disziplin und Ehrgeiz an die Spitze

Die erst 14 Jahre alte Judoka überzeugt beim Europa-Cup in Portugal. Jetzt gehört sie dem deutschen Nationalkader an.

reuschenberg Nora Bannenberg hat im wahrsten Sinne des Wortes alles fest im Griff. Jeden Tag steht sie in der Halle des TuS Reuschenberg und trainiert in ihrer Lieblingssportart Judo. "Ich liebe es, mich zu verausgaben. Einfach alles rauszulassen. Das klappt beim Judo super", sagt die Judoka, "Der direkte Vergleich mit dem Gegner macht die Sportart so besonders."

Und das harte Training zahlt sich aus: Die Reuschenbergerin wurde Dritte bei den Deutschen Meisterschaften in Herne, am vergangenen Wochenende gab es die Bronzemedaille beim Europa-Cup in Coimbra/Portugal. Bemerkenswert an den Erfolgen ist auch, dass ihre Gegnerinnen durchweg zwei Jahre älter sind als Nora Bannenberg, die morgen ihren 15. Geburtstag feiert. "Da ich in der Altersklasse U18 starten muss, bin ich meistens eine der jüngsten Teilnehmer", sagt die Athletin. Die Sieg bei der NGZ-Sportlerwahl des Monats März kommt da gerade passend zu ihrem Geburtstag. "Es freut mich total, dass meine Leistung mit der Auszeichnung belohnt wird", sagt die Marienberg-Schülerin. Ein weiteres Geschenk hat sie sich mit der Nominierung für den Nationalkader selbst gemacht. "Mit ungefähr 30 Sportlern fahren wir nach den Ostertagen zu einem Vorbereitungslehrgang nach Kienbaum. Da steht vor allem Techniktraining auf dem Programm", erzählt die Gymnasiastin, die sich schon sehr auf das erste Training mit dem Kader freut: "Ich möchte meine Defizite minimieren und mich perfekt auf den nächsten Europa-Cup vorbereiten." Der findet bereits am 3. Mai in Berlin statt. Dort werden mehr als 20 Nationen erwartet. Für Bannenberg wird es erst der dritte Europa-Cup-Wettkampf sein - ihre Gegnerinnen bringen da bedeutend mehr Routine mit. "Ich möchte vor allem Erfahrung sammeln und bin vollkommen zufrieden, wenn ich ein paar Kämpfe gewinnen kann", sagt die Neuntklässlerin.

Trainiert wird sie von Anfang an von ihrem Vater Wolfram Bannenberg beim TuS Reuschenberg. "Das gibt aber überhaupt keine Probleme", versichert sie lachend, "auch wenn das Training mal nicht so gut läuft, können wir uns zu Hause immer noch in die Augen sehen. Wir sind einfach ein gutes Team". Ein gutes Team ist bei einem so vollen Trainingskalender auch notwendig; und "ohne die Unterstützung der Schule, wäre der enorme Trainingsaufwand nicht zu leisten, wenn man auf dem Niveau mithalten will", weiß die junge Sportlerin. Hausaufgaben, Referate und das Lernen für Klausuren findet meistens zwischen dem Training oder eben abends statt - "oder auch mal vor der Schule", fügt sie schmunzelnd hinzu.

Und wenn sie mal nicht in der Halle zu finden ist? "Dann bin ich ein ganz normales Mädchen, das gerne Musik hört und sich mit Freunden trifft", sagt Nora Bannenberg, die für ihr junges Alter schon viel Disziplin und Ehrgeiz an den Tag legt. Doch nur so gelingt er ihr, sowohl die Schule und die Freizeit als auch die nächsten Gegnerinnen fest im Griff zu haben.

(NGZ)