Korschenbroich: Mit der Laterne über den Martinsmarkt

Korschenbroich : Mit der Laterne über den Martinsmarkt

Dichtes Gedränge herrschte gestern auf dem 33. Korschenbroicher Martinsmarkt. Mit so viel Zulauf hatten einige Händler gar nicht gerechnet, schließlich waren auch in Gladbach die Geschäfte geöffnet.

Mitten im Gedränge blieb Jutta Konnertz stehen und winkte einer Frau am nahe gelegenen Glühweinstand zu. Dann bummelte sie weiter, bis sie die nächste Bekannte erspähte und ihr gut gelaunt auf die Schulter tippte. "Hier trifft man Gott und die Welt", sagte die Korschenbroicherin lachend.

Mit ihrem Mann Detlef Koch, Sohn Jannis (14) und Tochter Finja (9) war Jutta Konnertz gestern Nachmittag auf dem 33. Martinsmarkt in der Korschenbroicher Innenstadt. "Das ist für uns schon Tradition", erzählte sie und lobte: "Der Markt ist wunderschön." Nicht nur wegen der geöffneten Geschäfte und vielen Stände — sondern eben auch, weil sie hier "Gott und die Welt" treffe.

Gut 45 Stände waren es, die rund um die Kirche St. Andreas aufgebaut waren. "Wir sind im Vergleich zu den Vorjahren wieder ein bisschen gewachsen", sagte der Vorsitzende des Korschenbroicher City-Rings, Christoph Kamper. Während Familie Koch/Konnertz draußen bummelte, bediente Kamper in seinem Schuhhaus die Kunden fast schon im Akkord.

"Wir sind positiv überrascht, dass es heute so voll ist", gab er zu — schließlich sei ja auch in Mönchengladbach verkaufsoffener Sonntag, das sei große Konkurrenz. Schon bevor um 13 Uhr die Läden öffneten, war das Korschenbroicher Zentrum gut besucht. Im Laufe des Tages wurde das Gedränge dann immer größer. An mit Lichterketten verbundenen Gewürz- und Bonbonständen, Imbissbuden, mit Laternen geschmückten Pavillons und dem Mini-Riesenrad schoben sich die Massen vorbei. Neben Wollsocken und Strickmützen gab es zum Beispiel verschiedene Senf- und Kaffeesorten, Adventsgestecke, Bergkristalle und Metallskulpturen.

Jutta Konnertz und ihre Familie waren gerade erst auf dem Markt angekommen und hatten noch nichts gekauft. Zu tragen hatte aber zumindest Tochter Finja trotzdem etwas: ihre Laterne. Aus brauner Wellpappe, bunten Federn und Schnüren. "Das ist ein Indianer mit zwei Gesichtern", erklärte die Neunjährige. Damit wollte sie später beim Martinszug mitgehen. Auch die Zwillinge Maximilian und Ronan (5) hatten ihre selbst gebastelten bunten Fantasie-Laternen mit auf den Markt gebracht — tragen durfte sie aber erst mal ihr Vater Ruland Dahmke.

Wie Familie Koch/Konnertz waren die Dahmkes nicht nur zum Einkaufen ins Stadtzentrum gekommen, sondern vor allem "um Freunde zu treffen", erzählte Zwillingsmutter Ilka Dahmke. "Und zum Essen", ergänzte sie lachend. Heiße Waffeln hatten sie sich schon gegönnt, später sollte es noch Bratwurst für alle geben.

Doch vorher stand für die vier Korschenbroicher noch ein ausgiebiger Schaufensterbummel auf dem Plan.

(NGZ/rl)
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