Motorsport: Mit dem Rennboot Frankreich erobert

Motorsport : Mit dem Rennboot Frankreich erobert

Nichts ist so gut, als dass es nicht noch besser sein könnte. Ihre Premiere im französischen Team Neptune Inshore beendete die Neusser Rennbootfahrerin Simone Schuft beim legendären 24-Stunden-Rennen vor der Seine-Insel Ile Lacroix auf dem starken zweiten Platz.

Klar, ein "phänomenales Ergebnis", schwärmte die Pilotin noch gestern Mittag auf der Rückfahrt aus Frankreich. Aber mit etwas Glück wäre in der Formel 2 sogar der ganz große Wurf drin gewesen.

Denn im Wechsel mit ihren Teamkollegen Yvonne Koenig (Dresden), Stephane Octau und Matt Machon hatte die 36-Jährige lange auf Platz eins gelegen. Dann jedoch gingen beim harten Ritt übers aufgewühlte Wasser in dichter Folge gleich drei der an der Wellenanlage befestigten Propeller entzwei. Und mit dem von der Konkurrenz netterweise zur Verfügung gestellten Ersatz lief es schließlich nicht mehr ganz so rund. "Materialfehler, da kannst du nix machen", fügte sich Simone Schuft, die bei den drei Wellenbrüchen nicht am Steuer saß, ins Unvermeidliche.

Sie war am Samstag als Vierte der Rotation ins Boot gestiegen — und leistete danach bei drei Einsätzen über je 105 Minuten Schwerstarbeit. In 24 Stunden — nachts wurde als Reaktion auf einen tödlichen Unfall vor zwei Jahren nicht gefahren — legte das Quartett mit Tempo 125 mehr als 3800 Kilometer zurück. Dass sie im ungewohnt leistungsstarken Katamaran trotz wegen eines Defekts am Motor ins Wasser gefallener Trainingseinheiten eine prächtige Figur machte, überraschte die ansonsten in der Formel 4 fahrende Debütantin keineswegs.

"Mit einem größeren Boot fliegst du noch besser über die Wellen. Außerdem war alles perfekt eingestellt." Im Ziel lag das Team Neptune Inshore schließlich nur eine Runde hinter dem Sieger — und dies nach insgesamt 850 gefahrenen Runden. Kein Wunder also, dass die Teamleitung "Miss Allemagne" erneut buchen will. Am 8./9. Juli steht im polnischen Augustów ein Rundenrennen über acht Stunden auf dem Programm. Schuft: "Das ist eine Budget-Geschichte.

Aber wenn die wirklich fahren, bin ich wohl dabei." Ihre eigenen Ambitionen mit dem Powerboat-Racing-Team Schuft stellt sie darum erst mal hintenan. "Irgendwann muss ich ja auch mal arbeiten ..." Dirk Sitterle

(NGZ/rl)
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