Korschenbroich : Mit dem Fahrrad zum Papst

Der Kleinenbroicher Alexander Freund hat mit zwei Bekannten eine ungewöhnliche Tour gemacht: 18 Tage lang reisten sie auf dem Fahrrad durch Italien. Höhepunkt war eine Messe mit Papst Benedikt XVI. in Rom.

Alexander Freund weiß, dass diese Tour nicht unbedingt nach Urlaub klingt: 1900 Kilometer auf dem Fahrrad, 18 Tage lang, quer durch Italien, bei teils brütender Hitze. Doch das hat den Kleinenbroicher nicht abgeschreckt. Im Gegenteil: Er ist froh, dass er sich zu dieser Fahrt durchgerungen hat. "Ich werde diese Tour nie vergessen", sagt der 49-Jährige. Mit seinen Bekannten Frank Rüdingloh und Wilfried Müller hat er Italien per Fahrrad bereist. Die Fahrt führte sie bis zum Papst.

Dabei stand am Anfang eigentlich nur die Idee, mal etwas Verrücktes zu tun. "Frank Rüdingloh ist bereits 50, Wilfried Müller und ich gehen stramm darauf zu", sagt Alexander Freund. Also beschlossen die drei, diese Altersgrenze mit einem echten Abenteuer zu verbinden. Das ist ihnen gelungen. "Ich war schon oft in Italien", sagt Freund. "Aber mit dem Auto brettert man an der Landschaft einfach vorbei. Ist man mit dem Rad unterwegs, dann saugt man die Natur geradezu auf."

Dabei gab es natürlich Momente, in denen Alexander Freund seinen Entschluss verfluchte. "Wenn man bei 34 Grad einen Berganstieg bewältigt, fragt man sich durchaus: Warum tue ich mir das an?", meint er. Aber dann, nur wenige Minuten später, wisse man es. "Ein, zwei Kurven später bietet sich einem ein atemberaubender Blick ins Tal. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl."

Doch es ist nicht nur der Weg, der prägende Erinnerungen hinterlässt. Es sind auch die Begegnungen mit anderen Reisenden. Am meisten beeindruckt hat Freund die Hilfsbereitschaft der Italiener. Drei Pannen hatten die Reisenden aus dem Rheinland unterwegs. Stets fanden sie jemanden, der ihnen aus der Patsche half. "Selbst bei kleineren Reparaturen haben sie nicht mal Geld verlangt", sagt Freund. Und als den Radlern das Trinkwasser ausging, klopften sie einfach in einem kleinen Dorf an die nächstbeste Haustür. "Wir wurden direkt mit frischem Wasser versorgt und herzlich begrüßt."

Höhepunkt der Reise war allerdings der Zwischenstopp in Rom. Wilfried Müller hatte zuvor Karten für eine General-Audienz. Doch dann erhielten sie eine Einladung zu einer Hochmesse, die Papst Benedikt XVI. im Petersdom zelebrierte. "Es war beeindruckend, den Papst aus der Nähe zu erleben", sagt Freund. Auch das hat seine Reise unvergesslich werden lassen.

Eine ungewöhnliche Begegnung hatten sie zudem auf der Hinreise. Im schweizerischen Chur trafen sie auf einen Finnen. "Er war sogar 3000 Kilometer mit dem Rad unterwegs", sagt Freund. "Das muss man sich mal vorstellen."

Inzwischen ist Freund zurück in der Heimat. Eine weitere solche Tour ist erst mal nicht geplant. "Obwohl wir durchaus schon gescherzt haben: In fünf Jahren fahren wir mit dem Rad nach Barcelona", sagt er und lacht.

(NGZ)