Lokalsport : Mit dem Discofox auf Höhenflug

Der Tanzsport ist bereits seit zehn Jahren die große Leidenschaft des Neusser Ehepaares Martin und Silke Alberts. Doch erst seit 2005, als die beiden in der Tanzschule Görke in Weckhoven anfingen, zusammen Discofox zu trainieren, gestalteten sie ihr Hobby professioneller - nämlich als Turniertänzer.

Von Beginn an konnten die beiden gute Ergebnisse erzielen und sich immer weiter steigern. So stiegen sie nach nur einem Jahr Turniertanzen durch einen Sieg beim Deutschland-Cup "Intako" (Internationaler Tanzlehrerkongress) in die B-Klasse des Turniertanzens im Discofox auf. Nach dem Aufstieg von der D- in die C-Klasse war dies schon der zweite Aufstieg des Paares.

Im April 2006 hatten die beiden beim "Bergischen Discofox" in Solingen ihren ersten Turniereinsatz. Die Neusser belegten dort in der D-Klasse den sechsten Platz. In der Folgezeit konnte das Paar immer bessere Ergebnisse erzielen.

Bis zum bislang letzten Turnier - dem Höhepunkt ihrer Tanzkarriere: Beim Deutschland-Cup tanzte das Paar nach der Vor- und Zwischenrunde vor 1000 Zuschauern in der Stadthalle Wuppertal. Zudem war die Jury, die ihnen nach einer hervorragenden Leistung den ersten Platz zuschrieb, prominent besetzt.

So war unter anderem der aus der RTL-Show Let's Dance bekannte Michael Hull Juror. Dieser Turniersieg bedeutete zugleich den Aufstieg in die B-Klasse. "Das war das Größte, was wir im Tanzen bisher erlebt haben. Diese Atmosphäre war einfach klasse", resümierte der begeisterte Michael Alberts.

Schon vorher hatten die Schützlinge der Trainer Juliane Gloßner und Klaus Lustig Erfolge feiern können. In der D-Klasse gewannen sie die Westdeutsche Meisterschaft und konnten außerdem zweite Plätze bei der Süddeutschen Meisterschaft und dem German Masters feiern. Vor dem Sieg in Wuppertal bestritten die Neusser drei Turniere in der C-Klasse, wobei immerhin ein siebter Platz raussprang.

Trotz der schnellen Fortschritte bleibt der Tanzsport für Martin Alberts ein Hobby - allerdings auf professionellem Niveau. Die Ziele sind bescheiden, vor allem deshalb, weil sie nur zwei Mal in der Woche drei Stunden trainieren können. Mehr ließe sich sowohl mit der Arbeit - Alberts hat eine eigene Praxis für Ergotherapie -, als auch mit den beiden Kindern einfach nicht vereinbaren.

Dennoch sieht sich Martin Alberts auf einem sehr guten Weg und bestens vorbereitet, wobei er weitere Verbesserungen ankündigt: "Unser Ziel bei den anstehenden Turnieren ist das Erreichen der Zwischenrunde. Die Endrunde wäre ein absoluter Traum. " Vorsicht, die auch in den Neuerungen in der B-Klasse begründet liegt. Denn von nun an ist es den Paaren erlaubt, auch außerhalb des Grundschrittes zu tanzen, wobei man in den Klassen D und C alle Figuren innerhalb des Grundschrittes halten muss.

Längerfristig stecken sich Martin und Silke Alberts aber durchaus höhere Ziele. Zunächst wollen sie auf Turnieren regelmäßig die Endrunde erreichen, darauf Siege einfahren und schließlich in die A-Klasse aufsteigen. Doch aufgrund ihres Alters sehen die Neusser keine allzu großen Chancen, in die höchste Tanzklasse, die "S-Klasse", aufzusteigen.

"Es ist schwer, mit 40 Jahren gegen die 20-jährigen aus der S-Klasse mitzuhalten." Als Folge daraus sieht Martin Alberts das Erreichen dieses Levels zwar als unwahrscheinlich an, aber träumen ist ja erlaubt: "Die S-Klasse wäre ein Knaller. Wir gucken gerne bei diesen Paaren zu, das ist einfach traumhaft."

Ihr erstes Turnier in der B-Klasse bestreitet das Neusser Tanzpaar schon am Samstag bei den Westdeutschen Meisterschaften in Oberhausen.

(NGZ)