Galopp : Minarik und Wöhler liegen vorn

Nach dem gestrigen Weihnachtsrenntag auf der Neusser Galopprennbahn ist die Frage nach den Champions bei Trainern und Jockeys so gut wie geklärt. Denn Filip Minarik und Adrian Wöhler bauten ihren Vorsprung vor dem Finale am Silvester-Renntag noch einmal aus

Die Nationalhymne von Tschechien kann schon herausgesucht werden. Der gebürtige Tscheche Filip Minarik gewann am Weihnachtsrenntag in Neuss drei der insgesamt neun Rennen mit den Pferden Marching on, Our Passion und Danon Perth.

Rennvereins-Vorstandsmitglied Peter Ritters (rechts), der als Weihnachtsmann die Siegerehrungen vornahm - hier den wohl kommenden Jockeychampion Filip Minarik. Foto: K. J. Tuchel

Er vergrößerte damit seinen Vorsprung im Kampf um das Jockeychampionat auf 81 Siege gegenüber Alexander Pietsch mit 78 Siegen. Ihm gelangen zwei Siege mit Fushun und Earl Dragon. Aufgeben will er nicht: "Ich kämpfe bis zum letzten Rennen."

Auch im Trainerchampionat fiel am ordentlich besuchten Weihnachtsrenntag eine Vorentscheidung. Für Mario Hofer — der Krefelder Trainer weilt im Urlaub in Brasilien — fielen die Botschaften an die Copacabana nach Rio de Janeiro dabei nicht so erfreulich aus wie erhofft. Zwei Rennen gewannen seine Pferde Marching on mit Andre Best und Primera Vista im vorletzten Rennen mit Jan Erdenebileg. Tochter Steffi Hofer: "Marching on wird noch mehr gewinnen. Er ist erst kürzlich für 14 000 Euro in England gekauft worden."

Doch im Grunde war für das Hofer-Team wie befürchtet schon nach dem ersten Rennen "die Messe gelesen." Der Wöhler-Hengst Kings messenger deklassierte die Gegner mit 31 Längen und damit vergrößerte Wöhler seinen Vorsprung gegenüber Hofer vorübergehend auf vier Siege. Auch der Derbystarter Mi Senor war "überlegene Ware" und so müsste Silvester schon ein kleines Wunder geschehen, wenn Hofer drei Rennen und Wöhler keines gewinnen würde. Zumal der überlegene Sieger Kings messenger noch einmal antreten soll. Steffi Hofer: "Wir wussten vorher, dass es sehr schwer würden würde." Es steht 67:64 für Wöhler.

Bei aller Dominanz der Trainer Wöhler und Hofer und der Jockeys Minarik, Pietsch und Pedroza (gewann ebenfalls zwei Rennen) blieb vom Neusser Weihnachtsteller noch etwas für andere übrig. Für die Buchmacher Bernd und Norman Albers gewann der Wallach Danon Perth. Norman Albers Lebensgefährtin Monika Lindemann trainiert das Pferd auf der als Rennbahn nicht mehr genutzten Anlage auf der Alten Bult im Süden Hannovers. Der Wallach wurde auf einer Auflösungsauktion eines ewig undurchschaubaren russischen Rennstalles im Frühjahr in Iffezheim gekauft. Seine Karriere begann 2008 und 2009 erfolglos in großen Rennen auf den japanischen Bahnen von Tokio, Kokura und Ohi in unmittelbarer Nähe eines problembehafteten Atomkraftwerkes. Bernd Albers erinnerte sich: "Ich war über 20 Jahre lang nicht mehr in Neuss. Silvester kommen wir aber wieder." Ihr Rennstall Rabenklippe ist nach einer Gaststätte im Harz getauft.

Den einzigen Neusser Sieger sattelte Marion Weber mit dem Außenseiter Destivo: "Schade, dass der Besitzer nicht da war. Ich habe trotzdem auf das Pferd gewettet." Zu den Besuchern gehörte gestern auch Verbandspräsident Albert Woeste, der an Silvester die Ehrung der Champions vornehmen wird.

(NGZ/jul/rl)