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8. Sandbahn-Grand-Prix: Millimeterarbeit zum Sieg

8. Sandbahn-Grand-Prix : Millimeterarbeit zum Sieg

Von Klaus Göntzsche

Von Klaus Göntzsche

Favorit Billy Allen machte es spannend im 8. Sandbahn-Grand-Prix auf der Neusser Galopprennbahn, denn der vierjährige Hengst gewann erst nach Zielfotoentscheid gegen Grantley und den lange führenden Blueberry Forest.

Es ist nicht überliefert, wie oft in den vergangenen 130 Jahren und zwei Monaten auf der Galopprennbahn in Neuss zu Ehren eines Siegers die Marseillaise gespielt worden ist. Am Sonntag geschah es, denn der im französischen Chantilly bei Paris trainierte und mit 22:10 klar favorisierte vierjährige Hengst Billy Allen gewann den Stall Ampuria Sandbahn Grand-Prix vor Grantley und Blueberry Forest. Aber es war ein Erfolg, der mit bloßem Auge für die Zuschauer nicht erkennbar war.

Zielrichter Rüdiger Schmanns bediente sich des Zielfotos, es zeigte den Vorteil eines "kurzen Kopfes" vor Grantley. Dessen Trainer Heinz Hesse erging es wie Rennkommentator Manfred Chapman und der Mehrzahl der Zuschauer: Er hatte Grantley mit dem letzten Galoppsprung knapp vorne gesehen. Hesse: "Ich habe das Zielfoto kontrolliert. Es sind nur Millimeter, aber da kann man nichts machen.

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Letztlich bin ich zufrieden, denn immerhin musste er ja bis zum letzten Start vor dem Grand Prix fast ein Jahr pausieren." Lange lag der Leipziger Gast Blueberry Forest mit Georg Bocskai in Front. Trainer Peter Hirschberger: "Wir sind mit dem dritten Platz zufrieden, das Pferd hat die schlechte Platzierung aus Cagnes wieder korrigiert."

Gefeiert aber wurde das Team um Billy Allen. Nun hat dieses erstaunliche Pferd neun Rennen hintereinander gewonnen, sechs in Belgrad, zwei in Cagnes und eines in Neuss. Trainer Fabrice Chappet: "Vom Rennverlauf habe ich nicht sehr viel gesehen. Weil Billy Allen ziemlich schwierig ist, bin ich mit zur Startmaschine gegangen. Mit der Bahn in Neuss waren wir absolut zufrieden, das Geläuf war sehr gut. Jetzt gehen wir zum dritten Rennen der Serie am 19.März nach Lingfield."

Billy Allens Jockey Stephane Pasquier erreichte nach einigen Wirren um seinen Flug erst um 16.10 Uhr das Neusser Hippodrome, der Trainer hatte sich schon mit Andreas Suborics unterhalten, ob er wohl reiten könne, falls Pasquier nicht ankomme. Dem guten Mann war der aktuelle Zustand von Suborics gänzlich entgangen. Nach seinem schweren Sturz vor vier Wochen in Japan erschien der Champion erstmals wieder auf der Rennbahn und berichtete von den fast wundersamen Fortschritten der Folgen seiner schweren Brustwirbelverletzungen.

Derzeit ist er in der Reha in Köln, seinen Therapeuten hatte er gleich mitgebracht. Suborics: "Die beste Entscheidung war es, mit Hilfe des ADAC von Tokio aus nach Köln zurückzufliegen und hier die Operation vornehmen zu lassen". Als Vierter schnappte sich Lysander das letzte Platzgeld der zehn Starter im Grand Prix, den erstmals Dieter Frankens Stall Ampuria sponserte. Der Schimmelhengst Olympiakos aus Italien lief besser als im letzten Jahr und wurde Fünfter.

Als Sechster erreichte Oakboy aus dem Steinmetz-Stall das Ziel, der Engländer Salinas als Siebter, Orfisio auf Rang acht, der Schimmel Te Quiero als Vorletzter und Conrad auf dem letzten Platz bildeten nur eine allerdings angenehme Kulisse für Billy Allen. Dessen mit 17.500 Euro honorierter Sieg ist für das internationale Prädikat des Rennens ein Segen, denn bei Billy Allens Start im 3.Lauf der Sandbahn-Serie wird der Name Neuss ständig auftauchen.

Im Gegensatz zu den jüngsten Renntagen mit starken Regenfällen präsentierte sich das Geläuf in gutem Zustand und wurde frühzeitig gelobt. Jockey Jean-Pierre Carvalho: "Es ist sehr schnell, staubt nicht so viel und für uns ist es angenehmer zu reiten, wenn es kalt, aber trocken ist." Im Rahmenprogramm gab es zwei Siege von Pferden, die in Neuss trainiert werden.

Marion Weber saß im Sattel ihres Wallachs Sovrano und dann war auch der dem Düsseldorfer Hotelier Dieter Spichalsky gehörende Bellagio mit Jozef Bojko erfolgreich. Im Rennprogramm war Heinz Koschoreck aus Neuss als Trainer abgedruckt. Ob das wirklich der Fall ist, hat der Kontrollausschuss des Dachverbandes am Donnerstag erneut zu klären versucht.

(NGZ)