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Jüchen: Mehrere Bäume an der Turnhalle bei Gierath gefällt

Jüchen : Mehrere Bäume an der Turnhalle bei Gierath gefällt

Fast gespenstisch sieht das Gelände rund um die alten Sportplatz-Umkleiden neben der alten Turnhalle bei Gierath aus. Drei Eichen, drei Birken und mehrere Sträucher wurden gekappt.

Dort blieben auf der Anhöhe zwischen Gierath und Bedburdyck die alten Sportplatz-Gebäude, die in naher Zukunft dem Bagger weichen werden. Auf dem Areal soll der neue Nahversorger-Markt errichtet werden. Der Sportbetrieb kann in Kürze in die neue Dreifach-Turnhalle verlegt werden, deren Neubau wenig weiter fast fertig ist.

Zur Landstraße hin steht kein Baum mehr. Dort blieb nur noch eine kahle sandige Böschung. "Schade", meint Luzie Fehrenbacher stellvertretend für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). "Jüchen hat keine Baumschutzsatzung — dabei sind gerade hier Bäume spärlich vorhanden", so Fehrenbacher. Sie zu fällen gehe auf dem Papier immer sehr schnell. "Wenn bei einer Baumaßnahme ein Baum stört, wird der gefällt. Dabei machen Bäume Sinn. Sie spenden Schatten und verbessern das Klima", meint die engagierte Jüchenerin.

In der Flächengemeinde gebe es zu wenig Grün und auf den Feldern zu viel Monokultur, die bis an asphaltierte Feldwege reiche. Um das zu ändern, fehle in Jüchen einfach der gute Wille, meint Fehrenbacher. "Die Baumschutzsatzung wurde im Rat der Gemeinde abgelehnt", erinnert sich die Vertreterin des Bund für Umwelt und Naturschutz

Für die gefällten Bäume soll es aber — wie es im Jüchener Rathaus heißt — Ersatz geben: Der Bebauungsplan für den Nahversorger schreibt laut Gemeindesprecher Norbert Wolf einen ökologischen Ausgleich für die Baumfällungen vor. "Die Kompensationsfläche erfolgt auf der Obstwiese an der Kreisstraße 13 zwischen Rath und Stessen", erklärt Norbert Wolf. Dort sollen 30 Wildkirschen und Lindenbäume für einen Ausgleich in der Ökobilanz sorgen.

Eine Ersatzpflanzung zwischen Gierath und Bedburdyck sei, so der Gemeindesprecher weiter, nicht möglich. Rund um den Nahversorger-Markt, der auf dem Gelände zwischen Gierath und Bedburdyck geplant ist, sollen zur optischen Aufwertung des Areals Beete angelegt werden. Bodendecker und Kleingehölze sollen in Zukunft die sandige Böschung zur Straße hin begrünen.

(NGZ/rl)