Korschenbroich: Mehr Helfer — weniger Müll

Korschenbroich: Mehr Helfer — weniger Müll

Schnee und Eis haben manchen davon abgehalten, seinen Müll in freier Natur zu entsorgen. Beim "Kehraustag-Tag" der Stadt waren mehr Helfer als im vergangenen Jahr unterwegs und sammelten weniger Müll.

Auch wenn der Frühling sich nicht noch nicht so recht blicken lässt, fit dafür ist Korschenbroich allemal: Mehr als 400 Ehrenamtler waren jetzt beim Frühjahrsputz unterwegs, um die Stadt auf Hochglanz zu bringen: Was Georg Onkelbach den Leiter des Stadtbetriebs Grünpflege und Bürgermeister Heinz Josef Dick schon allein deshalb besonders freut, weil es gut 60 mehr waren als noch im vergangenen Jahr.

Insgesamt "war es nicht so schlimm wie in den vergangenen Jahren", berichtet Georg Onkelbach von der städtischen "Müllfront": Dass angesichts der sonst üblichen 13 Tonnen wild abgelagerten Mülls diesmal "nur" elf bis zwölf Tonnen eingesammelt wurden, "könnte mit dem strengen Winter zusammenhängen", vermutet Onkelbach. Seine Befürchtung: Die zur unsachgemäßen Müllentsorgung neigende Klientel, die Eis und Schnee scheute, könnte ihr Werk womöglich nun im Frühjahr verrichten. Georg Onkelbach hat mit seinen Mitarbeitern Heinz-Josef Siemons und Ralph Hohmann die einzelnen Stadtteile besucht — der Stadtbetrieb holt den dort gesammelten Abfall ab. In Lüttenglehn war der Heimatverein mit 25 Helfern, unter ihnen auch zehn Kindern unterwegs, wobei — ähnlich wie im übrigen Stadtgebiet — keine spektakulären Funde gemacht wurden.

Im Dorf wird zwei Mal im Jahr sauber gemacht, wobei Präsident Frank Eigen und Schriftführer Heinz Becker keinen Zweifel daran lassen, dass es dabei keineswegs um bloß symbolische Aktionen geht: "Wenn Sie das nicht machen, dann ersticken Sie im Dreck", beschreibt Eigen die Situation. Mitglieder des Heimatvereins waren in diesem Jahr übrigens nicht zum ersten Mal beim Dorfputz aktiv: "Die Parzellen sind ohnehin gut in Schuss, aber auf der Birkhofstraße haben wir auch die Kugelakazien zurückgeschnitten", so Eigen mit Blick auf die eigentlich städtische Aufgabe, die im Rahmen der vereinbarten Arbeitsteilung jedoch seit Jahr und Tag der Heimatverein übernimmt.

Insgesamt sei das Ganze wieder "ein Mix aus Müllsammeln, der Reinigung öffentlicher Beete und dem Zurückschneiden von Hecken gewesen", resümiert Frank Eigen den Lüttenglehner Beitrag zum städtischen "Kehraus". Für ein stadtweit zu registrierendes Müllproblem scheint es aktuell keine Lösung zu geben: Viele entsorgen ihre Abfälle in freier Natur, doch um sie dafür verantwortlich machen zu können, "muss man sie schon in flagranti erwischen", wie Georg Onkelbach erklärt. Kein Zweifel besteht für ihn daran, dass das wild entsorgte Müllaufkommen gestiegen ist, und zwar seit an den Kreisdeponien Gebühren zu entrichten sind.

(NGZ)