Jüchen : Mehr Geschäfte für Jüchen

Im ersten Einzelhandelsstandortgutachten werden unterschiedliche Ziele formuliert. So sollen Jüchen und insbesondere das vom Läden-Sterben geprägte Hochneukirch als Zentren ausgebaut werden.

Insgesamt gute Noten für den Einzelhandel in Jüchen, aber auch Handlungsbedarf: Das beinhaltet das erste Konzept für den Einzelhandel. So liegt die Kaufkraft in Jüchen über dem bundesdurchschnittlichen Kaufkraftniveau. Hervorgehoben wurden auch die "städtebaulich integrierten Betriebe" und die Magnetwirkung des Motorradzubehöranbieters "Polo". Diese will Bürgermeister Harald Zillikens, wie bei der Gewerbeimmobilienmesse "Expo real" präsentiert, für den Aufbau einer kompletten "Motorradmeile" nutzen.

Das Gewerbegebiet Robert-Bosch-Straße kann wegen des Standortkonzepts künftig besser vermarktet werden. Foto: K.N.

Weitere Ergebnisse, die Stefan Wessels vom Ingenieurbüro "Stadt und Handel" vorstellte: "Der Einzelhandel in den beiden Siedlungszentren Jüchen und Hochneukirch soll gestärkt werden, gleichzeitig soll die Nahversorgung ausgebaut werden."

Warum die Gemeinde ein solches Gutachten benötigt, erklärt Bürgermeister Harald Zillikens: "Wir brauchen Rechtssicherheit für unsere Planungen, etwa in Gewerbegebieten. Durch das Konzept können wir Ansiedlungen von Firmen zulassen, wie an der Robert-Bosch-Straße, die bisher unmöglich waren." Zwar wird für das Gewerbegebiet Robert-Bosch-Straße heute das erste Unternehmen vorgestellt werden, aber für Flächen hätten bereits Verträge unterschrieben werden können, wenn dies planungsrechtlich möglich gewesen wäre.

Die neue Studie unterteilt Sortimente in der "Jüchener Liste" als "Zentren-" und "Nicht-Zentren-relevant". Zur zweiten Kategorie gehören etwa Anbieter von "Weißer Ware" (Waschmaschinen, Kühlschränke), Tierbedarf oder Baumärkte – solche hatten sich auch für die Robert-Bosch-Straße interessiert. Durch das jetzt vorgestellte Standortgutachten sind für neue Firmen bestimmte Flächen möglich.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der Bürgermeister etwa für Hochneukirch. "Hier stehen 40 Prozent der Ladenlokale leer." Es sei wichtig, den Standort wieder attraktiver zu machen Als positives Zeichen sieht er die Ansiedlung des "Nah und frisch"-Marktes.

Probleme in Hochneukirch

Auch der Siedlungsschwerpunkt Bedburdyck/Gierath soll sich weiterentwickeln – mit einem neuen Nahversorger. So sollen bereits Gespräche mit Interessenten, darunter auch Discountern, geführt worden sein. Dass hier gehandelt wird, ist auch als Zielvorgabe in der Studie formuliert: Das vorhandene Lebensmittel-Angebot wird als zu kleinteilig eingeschätzt.

(NGZ)