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Korschenbroich: Mehr als zehn Tonnen Müll gesammelt

Korschenbroich : Mehr als zehn Tonnen Müll gesammelt

In der ganzen Stadt beteiligten sich Bürger an der "Sauberen Stadt". Nur in Kleinenbroich fand sich kein Veranstalter.

Die neunte Aktion "Saubere Stadt" hat sich wieder einmal gelohnt. Über 400 Bürger zeigten am Samstagvormittag Engagement für ihre Heimat und sammelten achtlos weggeworfenen Müll auf. Mehr als zehn Tonnen konnten am Ende wieder aufgewogen werden. Dieses Maß hat sich seit einigen Jahren zum Aktionstag eingependelt. Ob das gut oder schlecht ist, mochte Thomas Kochs, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Stadtpflege, nicht beurteilen. "Man kann es positiv sehen, weil die Leute etwas zum Einsammeln finden und sich ihr Einsatz lohnt", sagte Kochs. Der freiwillige Einsatz scheint aber nicht bei allen Bürgern ins Bewusstsein zu rücken. "Auffallend ist, wie über das Jahr rücksichtslos Sachen weggeschmissen oder sogar gezielt abgeladen werden", so Kochs.

An den Hauptverkehrsstraßen und im Dickicht wurden die Müllsammler auch dieses Mal wieder fündig. "Wir konnten eine Spur des Essens nachverfolgen", sagte Dirk Grandjean mit Blick auf ein nahe gelegenes Schnellrestaurant. Der Feuerwehrmann aus Herrenshoff fand mit seinen Kameraden und deren Familien im Gestrüpp an der Friedrich-Kreutzer-Straße aber auch einen Kühlschrank. Diese "weiße Ware" entdeckte auch Markus Tschirner von der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Herrenshoff. "Sie wurde ausgeschlachtet und der Rest einfach weggeschmissen", berichtete er. Eine Umweltverschmutzung im großen Maße, denn die unsachgemäße Demontage eines Kühlschranks setzt giftiges FCKW frei.

Schützenkönig Dennis Neuß mit Partnerin Sarah Tschirner und seinen Ministerpaaren kam mit fünf vollen Müllsäcken vom Baggerloch zurück. Schützen und Feuerwehr belohnten sich am Schluss in der Wache mit heißen Würstchen und Getränken. Aber auch im übrigen Stadtgebiet sammelten die Bürger fleißig und trotzten damit dem Dauerregen. Nur der eine oder andere Spontaneinsatz von nicht angemeldeten Korschenbroichern fiel dem schlechten Wetter zum Opfer. Insgesamt hatten sich im Vorfeld 216 Erwachsene und 194 Jugendliche für den Aktionstag "Saubere Stadt" angemeldet.

Heimatvereine, Dorfgemeinschaften, Kapellenverein, Schützenbruderschaften und Parteien hatten die Federführung in ihren Gemeinden übernommen. "In Schlich haben im Gegensatz zu den letzten Jahren auch wieder Leute mitgemacht", sagte Kochs.

Für Kleinenbroich konnte wiederum trotz Sonderaufruf kein Veranstalter gefunden werden. Auch in Glehn hätten sich die Verantwortlichen mehr Helfer gewünscht, so Kochs.

Dafür zeigten dort die Grundschüler Tatkraft. Die Stadt selbst trat nur als Koordinator auf, stellte Handschuhe, Greifer und Säcke zur Verfügung. Zwei Mitarbeiter der Stadtpflege sammelten die Müllsäcke ein und entdeckten Sperrmüll. "Es stößt bei mir schon auf Unverständnis, da es für viele Sachen die Möglichkeit der kostenlosen Entsorgung gibt", sagte Kochs. Dementsprechend landeten wieder Kinderfahrräder, Gartenstühle, Reifen und Autobatterien im Container.

(NGZ)