Jüchen : Masken für die Opernbühne

Nina Petrik-Langkopf (41) hat ihre Leidenschaft fürs Theater zum Beruf gemacht: Sie ist gelernte Maskenbildnerin, arbeitet an der Oper in Düsseldorf. Lebensmittelpunkt für die Mutter zweier Kinder ist ein alter Hof in Aldenhoven.

Wenn Nina Petrik-Langkopf (41) über ihren Beruf spricht, muss sie meist direkt mit falschen Vorstellungen aufräumen: "Viele denken, dass eine Maskenbildnerin fürs Schminken zuständig ist. Das sind aber eher Visagisten." In Petrik-Langkopfs Aufgabenbereich fallen auch dagegen Haare — sowohl echte als auch künstliche. Als Maskenbildnerin an der Düsseldorfer Oper hat die gebürtige Kölnerin ihren Traumberuf gefunden — von "Düsseldorf-Phobie" keine Spur.

An Opern- oder Ballettaufführungen mitzuwirken, dort in "der Maske" mitzuarbeiten, begeistert die Mutter zweier Kinder: "Gerade bei Opern für Kinder spürt man deren Enthusiasmus. Das macht sehr viel Spaß."

Den Hang zum Theater hatte Nina Petrik-Langkopf schon immer — bei vielen Produktionen hat sie nicht nur die Maske gemacht, sondern auch selbst mit auf der Bühne gestanden. Im Düsseldorfer Opernhaus fühlt sich die 41-Jährige schon seit langem zu Hause: Fast 19 Spielzeiten hat sie dort bereits erlebt — auch ihr Mann Florian arbeitet dort als Zimmermann.

Ihre Ausbildung hat die Wahl-Aldenhovenerin ebenfalls mit Blick auf den Hofgarten gemacht. "Heute ist Maskenbildnerin ein anerkannter Ausbildungsberuf", erzählt sie. Sie selbst habe zunächst eine Friseurlehre gemacht, danach ein Volontariat. Was sie auch heute noch fasziniert: die Klänge von klassischen Opern wie "Turandot" oder "Butterfly": "Da bekomme ich eine Gänsehaut." Zwölf-Ton-Musik gehöre weniger zu ihren Favoriten.

Für Sohn Ruphus (sieben Jahre) und die anderthalbjährige Zora hat Nina Petrik-Langkopf Elternzeit genommen, dabei aber ihre zweite große Leidenschaft, den Tanz, wiederentdeckt. "Per Zufall bin ich auf die Volkshoch- und die Jugendkunstschule (Juks) in Grevenbroich gestoßen. Für die Juks gebe ich Hip-Hop-Kurse, die bereits komplett ausgebucht sind. Erwachsenen will ich ab September Steptanz-Kenntnisse vermitteln", sagt die künftige VHS-Dozentin.

Alten Hof hergerichtet

Viel Zeit und Enthusiasmus wandert auch in einen alten Hof, in dem sich die junge Familie eingerichtet hat. "Mit damals einem Kind wollten wir nicht länger in der Stadt leben. Und da wir Schloss Dyck kannten, haben wir in der Umgebung etwas gesucht", erzählt die 41-Jährige. Jetzt werde das Gebäude Schritt für Schritt instand gesetzt: "Als wir einzogen, war es noch eine Baustelle." Wofür sich Nina Petrik-Langkopf trotz vieler Anforderungen unverändert Zeit nimmt: für den Marathonlauf. An Wettkämpfen und Volksläufen habe sie bereits teilgenommen, weitere sind geplant.

(NGZ/rl)