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Tennis: Marzenell: "So spannend war die Liga lange nicht"

Tennis : Marzenell: "So spannend war die Liga lange nicht"

Der Teamchef des TK Grün-Weiss Mannheim sieht sein Team beim heutigen Gastspiel an der Jahnstraße in Zugzwang.

Fast hat man den Eindruck, Gerald Marzenell täte es ein bisschen leid, heute beim TC Blau-Weiss Neuss unbedingt gewinnen zu müssen: "Sehr sehr positiv" beurteilt der Teamchef des TK Grün-Weiss Mannheim, der gemeinsam mit seinem Haller Amtskollegen Thorsten Liebich auch Sprecher der Tennis-Bundesliga ist (und in dieser Funktion vor einem Jahr den Ex-Neusser Marc Raffel ablöste), die Entwicklung beim Bundesliga-Rekordmeister: "Das ganze Umfeld stimmt wieder, ich habe den Eindruck, da steckt bei allen Beteiligten sehr viel Herzblut drin."

Trotzdem: Auf ein "Gastgeschenk" in Form von einem oder zwei Punkten für die Neusser will und kann er sich nicht einlassen. "Wir stehen hier heute unter Zugzwang", gibt Marzenell angesichts von erst einem Punkt aus vier Meisterschaftsspielen für die mit ganz anderen Ambitionen in die Saison gestarteten Mannheimer zu.

Die Gründe dafür seien vielschichtig: "Der Spielplan hat es nicht gut mit uns gemeint. Und es war auch viel Pech dabei." Fakt ist: Außer einem Unentschieden bei Aufsteiger Bremerhaven ist noch nichts Zählbares herausgesprungen für den Klub mit der längsten Verweildauer in der Tennis-Bundesliga. Und das, obwohl die Mannheimer im mit 2:4 verlorenen Heimspiel gegen Erfurt Janko Tipsarevic und Tommy Haas aufboten.

Die sind heute nicht dabei. Ansonsten hat Marzenell seinen Kader bestens bestückt, angefangen bei Tobias Kamke, der auch mal bei Neuss unter Vertrag stand und sich mittlerweile bis auf Platz 78 der Weltrangliste vorgearbeitet hat, und Benjamin Becker (ATP 99). Denn er will aus diesem Wochenende – am Sonntag empfangen die Mannheimer BW Krefeld am Neckarplatt – "mindestens drei Punkte holen, sonst wird es eng." Sieben Zähler, glaubt der grün-weisse Teamchef, wird man brauchen, um "ganz sicher" die Liga zu halten: "Wenn's dumm läuft, kann man mit sechs Punkten noch absteigen." Eine Folge davon, "dass die Liga so ausgeglichen und dadurch so spannend ist wie seit mindestens zehn Jahren nicht", sagt Marzenell, der selbst 205 Bundesligaspiele für Mannheim bestritt und seit 1997 Teamchef der Grün-Weissen ist. Was ihn in seiner Eigenschaft als Bundesliga-Sprecher freut: "Alle wollen drin bleiben. Und in der Zweiten Liga sind drei, vier Mannschaften, die gerne aufsteigen wollen – das sah in den vergangenen Jahren ganz anders aus."

Weniger freut es ihn naturgemäß, dass der sechsfache Deutsche Meister (zuletzt 2010) selbst bis zum Hals in diesem Abstiegskampf steckt: "Ein Abstieg wäre für uns natürlich der Super-GAU." Und deshalb soll es heute nach Möglichkeit nur bei Sympathiepunkten für Blau-Weiss bleiben.

(NGZ)