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Martin Juzbasic als starker Rückhalt für den TSV Bayer Dormagen

2. Handball-Bundesliga : Neuer TSV-Keeper ist ein starker Rückhalt

Torwart Martin Juzbasic wechselte im Sommer vom Handball-Drittligisten HSG Bieberau/Modau eine Liga höher nach Dormagen. Dort ist er mit starken Auftritten schnell angekommen. In Hamburg sind seine Künste wieder gefragt.

Nach dem bemerkenswerten 27:19-Heimerfolg am vergangenen Freitag gegen den ASV Hamm-Westfalen war Dusko Bilanovic schnell beim nächsten Spiel in der 2. Handball-Bundesliga. Kein Wunder, schließlich muss der Trainer des TSV Bayer Dormagen angesichts der Corona-bedingten Terminhatz im Dezember schon am heutigen Dienstag mit seiner Mannschaften zum Nachholspiel beim exzellent in die Saison gestarteten HSV Hamburg antreten. „Das ist eine eingespielte Mannschaft, die einen guten Lauf hat“, sagte Bilanovic, „aber auch da müssen wir liefern.“

Und der TSV-Coach äußerte auch schon ganz konkrete Vorstellungen wie das gehen soll. In die Karten spiele seinem Team, dass es erneut nicht als Favorit antrete. „Wenn wir auch noch eine gute Abwehr mit einem guten Torwart dahinter stellen und vorne schlau und mit Geduld spielen, dann haben wir auch da eine gute Chance“, meinte Bilanovic. Die Chancen, dass sich die Dormagener auf ihren Torwart verlassen können, stehen jedenfalls schon mal nicht schlecht. Denn Sommer-Neuzugang Martin Juzbasic befindet sich aktuell in absoluter Topform, bringt die gegnerischen Schützen in den vergangenen Wochen regelmäßig zur Verzweiflung.

Dabei war ihm zu Saisonbeginn zunächst nur die Rolle des zweiten Mannes hinter Sven Bartmann zugedacht gewesen. Zwar deutete er gleich im ersten Spiel, als er während der Niederlage gegen den Dessau-Roßlauer HV ins Tor kam, mit zwölf Paraden an, welches Potenzial in ihm steckt. Doch zunächst bekam der ebenfalls starke Sven Bartmann mehr Spielzeit. Doch als sich Bartmann dann vor der Partie gegen die HSG Konstanz schwer verletzte, wurde Juzbasic unfreiwillig zum Einzelkämpfer zwischen Pfosten. Erst in der vergangenen Woche lieh der TSV seinen kroatischen Landsmann Filip Baranasic (20) vom Erstligisten Balingen zur Unterstützung bis Jahresende aus.

Schon im ersten Spiel nach der Bartmann-Verletzung gegen die HSG Konstanz hatte Juzbasic mit 15 Paraden großen Anteil am deutlichen Dormagener Heimsieg. Aber auch in den folgenden Partien zu Hause gegen den TV Großwallstadt (23:23, 14 Paraden), beim TuS Fürstenfeldbruck (28:30, 13 Paraden) und eben daheim gegen Hamm (27:19, 14 Paraden) parierte der 32-Jährige gegnerische Bälle im deutlich zweistelligen Bereich. Mit bislang 75 Paraden bei acht Einsätzen rangiert er unter insgesamt 51 eingesetzten Zweitliga-Torhütern aktuell auf Rang neun, wobei die besser platzierten Kollegen teils deutlich mehr Spiele absolviert haben. Mit einer Quote von 39,66 Prozent gehaltener Bälle ist allerdings nur Matthias Puhle vom Ligaprimus VfL Gummersbach besser als Juzbasic (37,14 Prozent).

Werte, die beim TSV Bayer Dormagen niemanden verwundern, obwohl Martin Juzbasic vom Drittligisten HSG Bieberau/Modau an den Höhenberg wechselte und trotz seiner bereits 32 Jahren in Deutschland zum ersten Mal auf Zweitliga-Niveau spielt. „Seine Leistungen überraschen mich nicht. Er überzeugt auch im Training und hat sehr starke Nerven“, sagt sein Trainer Dusko Bilanovic. Erfahrung auf höchstem Niveau konnte Juzbasic schon sammeln, als er mit RK Nexe Našice in der ersten kroatischen Liga sowie in der länderübergreifenden SEHA-Liga antrat. Der Wechsel 2016 nach Groß-Bieberau hatte auch damit zu tun, dass er dort nach einem in der Heimat abgeschlossen IT-Studium eine berufliche Perspektive geboten bekam.

Dass Juzbasic sportlich noch mehr draufhat, entdeckte Joachim Kurth als Torwarttrainer und Mitglied des TSV-Kompetenzteams. Bayer Handball-Geschäftsführer Björn Barthel ist jedenfalls froh, dass die Verpflichtung so eingeschlagen hat. „Es ist optimal, dass wir in Normalbesetzung mit Sven und Martin zwei so starke Torhüter haben, die auch ein starkes Team bilden“, meint Barthel. Auch charakterlich scheint Juzbasic ein guter Fang zu sein, denn trotz seines Laufs bleibt er auf dem Teppich. Nach seinen 14 Paraden gegen Hamm dankte er artig seinen Vorderleuten. „Das lag an der guten Abwehr. Die Jungs standen gut und haben mir sehr geholfen“. meinte Juzbasic. Wenn das wieder klappt, könnte es beim HSV die nächste Überraschung geben.