Marko Boksic verlässt die NEW' Elephants, dafür kommt Ryon Howard

Basketball : Elephants: Topmann für Topmann

Marko Boksic verlässt die Grevenbroicher Basketballer, dafür kommt Ryon Howard.

Eigentlich müsste Hartmut Oehmen, seit dieser Spielzeit wieder nur Manager des Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants, mit einem Gesicht wie drei Tage Regenwetter durch die Schlossstadt laufen. Schließlich hat ihm in Marko Boksic gerade sein wertvollster Spieler mitgeteilt, dass er in der kommenden Saison für die Itzehoe Eagles in der 2. Liga (Pro B) auflaufen werde. Der Klub aus Holstein hatte den Grevenbroichern Anfang Dezember schon Topscorer Milen Zahariev abgeluchst.

Doch Oehmen ist vollkommen entspannt, denn nicht zum ersten Mal ist ihm genau zum richtigen Zeitpunkt ein Transfercoup gelungen: Vom Vizemeister Hertener Löwen hat er in Ryon Howard einen der effektivsten Akteure der Regionalliga West an die Erft gelotst. Der mit einem deutschen Pass ausgestattete US-Profi wird zwar im Oktober stolze 35, doch das biologische Alter ist nicht nur in diesem Fall nur eine Zahl. Oehmen ist fest davon überzeugt, „dass wir uns damit sogar ein bisschen verbessert haben.“

Als Beleg dienen ihm die statistischen Durchschnittswerte der beiden Könner aus der Saison 2018/19:

• Effizienz Howard (Platz 3) mit einem Wert von 21,5; Boksic (12.) Wert 17,5

• 3er-Quote Boksic: 37,6 Prozent; Howard: 34,9

• 2er-Quote Howard: 57,6 Prozent; Boksic: 54,1

• Punkte Boksic: 16,6; Howard 15,9

• Rebounds Howard: 8,2; Boksic 6,5
Und das Beste daran: Boksic, 2014 aus Kroatien nach Grevenbroich gekommen, geht mit einer Option nach Itzehoe, die es ihm erlaubt, bis Ende Januar 2020 nach Grevenbroich zurückzukehren. „Wenn er uns in den Play-offs zur Verfügung stehen würde, wäre das schon ein Hammer“, sagt Oehmen.

Auch wenn ihm die Entscheidung des ultra-coolen, aber sehr introvertierten Bosniers nicht unbedingt gefallen hat, bleibt das freundschaftliche Band zwischen den beiden so unterschiedlichen Typen intakt. So behält der 25-Jährige bis zum 31. Juli seinen Arbeitsplatz im Sportgeschäft Oehmens in Krefeld – und könnte dahin auch jederzeit wieder zurückkehren. Auch seine Freundin lebt und arbeitet in Grevenbroich. Grundsätzlich kann der erfahrene Manager den Schritt des Edeltechnikers nachvollziehen: „Wir haben darüber ganz offen gesprochen. Er will ganz einfach ausprobieren, ob er auch eine Liga höher spielen kann. Und Itzehoe hat sich wirklich sehr um ihn bemüht. Es gibt kein böses Blut, die Tür steht für ihn immer offen.“

Außerdem: Ryon Howard, den Oehmen ebenfalls mit einem Job in seinem Unternehmen ausgestattet hat, und Grevenbroich – das passt einfach.  Der 1,98 Meter große Power Forward, in der Saison 2009/10 ganz maßgeblich am Aufstieg des BSV Wulfen in die 2. Bundesliga (Pro B) beteiligt, ist in Deutschland längst angekommen, lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Köln und sieht auch seine weitere Zukunft in Germany. Nach sieben Jahren bei den AstroStars Bochum (Aufstieg in die Pro B 2013) hatte er sich vor der abgelaufenen Saison den Hertener Löwen angeschlossen. Dort sagte Trainer Cedric Hüsken beim  nicht gewollten Abschied: „Ich bin stolz, einen so kompletten Spieler nach Herten geholt zu haben. Aber auch menschlich war Ryon ein Gewinn. Er ist ein Pfundskerl.“

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