Lokalsport : Mannschaft der Stunde

Die Rote Laterne abgegeben, den vierten Heimsieg in Folge eingefahren, die Erfolgsserie auf 12:2 Punkte ausgebaut: Der TV Korschenbroich bleibt in der 2. Handball-Bundesliga Süd die Mannschaft der Stunde.

Auch der ThSV Eisenach konnte sich dem "neuen" TVK nicht in den Weg stellen. Die Thüringer unterlagen in der Waldsporthalle auch in dieser Höhe verdient mit 35:44 (Halbzeit 15:22), weil die Schützlinge von Korschenbroichs Trainer Khalid Khan einfach in fast allen Belangen überlegen waren.

Dabei begann die Vorbereitung auf das so richtungweisende Heimspiel mit einem Schock: Spielmacher Simon Breuer wurde auf dem Weg in die Waldsporthalle in einen Autounfall verwickelt: "Ein anderes Auto ist auf sein Fahrzeug aufgefahren. Glücklicherweise ist ihm nichts passiert, aber so etwas steckt man natürlich so leicht nicht weg", begründete Khan den Wechsel in der Startformation: Andrej Kogut, der 19 Jahre alte Mittelmann der kurz vor dem Jahreswechsel aus Düsseldorf gekommen war, machte seine Sache allerdings glänzend und heimste sich neben den beiden Top-Torjägern David Breuer (13 Treffer) und Mathias Deppisch (11) noch ein Extralob des Trainers ein.

Die 705 Zuschauer sahen zunächst einen zähen Beginn. Keine der beiden nervösen Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen, bis Mathias Deppisch gleich doppelt zum 12:9 traf. ThSV-Coach Hans-Joachim Ursinius nahm noch schnell eine Auszeit und wechselte den Keeper, doch der Korschenbroicher Express war ins Rollen gekommen und nicht mehr aufzuhalten.

Kogut traf wenig später zum 16:11 und für den vorläufigen Höhepunkt sorgte die Aktion unmittelbar vor der Pause: In einer Auszeit hatte Khan 21 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den Seinen genaue Instruktionen für den letzten Angriff erteilt: Simon Breuer schloss prompt den sehenswerten Kempa-Trick nach Vorarbeit von Fabian Bednarzik und Marcel Görden zur umjubelten 22:15-Pausenführung ab. "Eine so hohe Führung waren wir wohl nicht gewohnt", flachste Khan nach der Partie und meinte damit die Schwächeperiode gleich nach Wiederanpfiff: Bis auf 20:23 hatten sich die Gäste wieder herangekämpft, doch drei Treffer in Serie von Deppisch (2) und Marquardt beruhigten die Korschenbroicher Nerven. Bis auf vier Tore kamen die Gäste nun nicht mehr heran - im Gegenteil: In der Schlussphase spielten nur noch die Hausherren, bei denen nun David Breuer fast nach Belieben traf und sich sogar "Edelreservist" Kai Faltin in die Torschützenliste eintragen durfte. Zum Debüt des argentinischen Zugangs Maximilliano Ferro kam es aber immer noch nicht.

"Das war eine recht eindrucksvolle Leistung über weite Strecken des Spiels, auch wenn das Ergebnis am Ende etwas zu hoch ausfiel", war Khalid Khan zufrieden und fand in einer ersten Analyse jede Menge Ansätze zu einer positiven Kritik: "Imposant war die Geschlossenheit der Mannschaft. Auch wenn Deppisch und Breuer herausragten, so haben wir auf allen Positionen für enormen Druck gesorgt. Auch die Abwehrarbeit hat mir sehr gut gefallen, Eisenach hat im ersten Durchgang fast nie eine Lösung gefunden." Doch es gab auch Phasen, die Khan nachdenklich stimmten: "Es gab auch Momente, da haben wir nicht sehr souverän gespielt, wenn ich an die Zeit nach der Pause denke."

In der Tabelle haben die Korschenbroicher erstmals seit Wochen die Rote Laterne an die HSG Gensungen-Felsberg abgegeben. Nach Minuspunkten liegt der TVK sogar gleichauf mit TSG Münster auf einem Nichtabstiegsplatz. Die beste Tordifferenz, die bei Punktgleichheit entscheidet, haben die Korschenbroicher obendrein. Allerdings steht am Samstag (20 Uhr) ein schwerer Gang bevor: Bei der SG Bietigheim-Metterzimmern hängen die Trauben hoch. "Immerhin haben die in eigener Halle Düsseldorf und Dormagen je einen Punkt abgeknöpft", dämpft Khan zu hohe Erwartungen.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE