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Jüchen: Maler liebt das Nikolauskloster als Motiv

Jüchen : Maler liebt das Nikolauskloster als Motiv

Michael Brass (53) verbringt mit seiner Familie einen großen Teil der Freizeit im Nikolauskloster und hilft dort ehrenamtlich. Seine Liebe gehört der Malerei. Das bevorzugte Motiv des Bankangestellten ist – natürlich – das Nikolauskloster.

DAMM Bisher kannte Pater Felix, der Hausherr im Nikolauskloster, Michael Brass (53) lediglich als hilfsbereiten Mann, der sich ehrenamtlich für das Kloster engagiert. Angefangen von Gartenarbeit bis hin zu technischen Dingen ist der Bankangestellte für fast alle Tätigkeiten zu gebrauchen. Brass selbst bleibt da ganz bescheiden: "Ich bin nur einer von 70 Leuten, die hier in ihrer Freizeit etwas tun." Und der Dammer ist nicht der einzige in seiner Familie: Auch seine Frau Angelika Brass und der 15-jährige Sohn Jonas teilen sein Engagement für die Oblatengemeinschaft und deren Besucher.

Michael Brass ist begeistert davon, dass seit einiger Zeit im Nikolauskloster die Zeichen auf Veränderung stehen. Das Kloster insbesondere für Familien zu öffnen, ist ein Anliegen von Pater Felix. Dazu gehören Veranstaltungen wie Familienmessen, Kinderbibeltreff oder die für die Sommerferien geplante "Auszeit für Familien": Pater Felix sei der Motor, meint Michael Brass.

Untrennbar verbunden mit dem Engagement für das Nikolauskloster ist die Freude an der Malerei. Damit hatte der Bankangestellte begonnen, um für sich selbst einen Ausgleich zum Beruf zu finden. "Seit Pater Felix hier ist, gibt es so viel Energie und ein ganz neues Wir-Gefühl", sagt der 53-Jährige.

Zuletzt konnten die Besucher während des sehr gut besuchten Pfingstfestes Michael Brass im Klostergarten sehen: Dort hatte er seine Staffelei aufgebaut und war dicht umringt von Menschen. Er stand direkt am Pavillon, in dem auch seine erste öffentliche Ausstellung zu sehen war. Und währenddessen sorgte Brass direkt für Nachschub, indem er dort in aller Öffentlichkeit stimmungsvolle Ölbilder vom Nikolauskloster malte. Dabei nahm er sich auch geduldig Zeit für Erklärungen, warum er welche Maltechniken einsetzt. "Die Leute dürfen gerne die Entstehung eines Bildes verfolgen", sagt Brass, der überhaupt nicht aus der Ruhe zu bringen war.

Die Grundlagen der Malerei hat er erlernt – etwa an der Kunstakademie Mönchengladbach-Rheydt bei deren künstlerischem Leiter Günter von Kannen –, hinzu kommt ein Talent und die Freude am Malen: Mit größter Präzision baut Brass auf einer braun-roten Grundierung das Bildmotiv auf, Schritt für Schritt entsteht ein Kunstwerk. "Für den roten Untergrund entscheide ich mich deshalb gerne, weil dann das Licht nicht durch die Leinwand scheint", erzählt Brass.

Der Dammer bietet außer Landschafts- und Architekturmalerei auch Motive über Jüchen hinaus – wie die Lagunenstadt Venedig in harmonischer Linienführung. Er ist selbst angetan von der Wirkung: "Das ergibt warme Farben und strahlende Bilder auch in der Dunkelheit." Einige seiner so geschaffenen Werke möchte er nur ungern verkaufen. Da es bisher selten das Nikolauskloster in Öl gab, hat sich Brass darauf spezialisiert: "Es gibt nicht nur vom Schloss Dyck, sondern speziell auch rund um das Nikolauskloster sehr viele schöne Motive."

(NGZ)