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Korschenbroich: Luther-Haus wird umgestaltet

Korschenbroich : Luther-Haus wird umgestaltet

Im Kleinenbroicher Martin-Luther-Haus geben derzeit die Handwerker den Ton an. Die evangelische Kirche ist ausgeräumt und eingerüstet. Die Umbauarbeiten erstrecken sich bis Oktober. Investitionssumme: 200 000 Euro.

Das Martin-Luther-Haus gleicht einer großen Baustelle. Der Altar ist abgebaut, das Inventar ausgeräumt und eingelagert. Der Boden wurde mit Pressspanplatten abgedeckt. "Unsere Kirche soll noch in diesem Jahr in neuem Glanz erstrahlen", fasst Pfarrer Gernot Wehmeier (52) das Ziel zusammen.

Wichtig ist dem Kirchenmann dabei, eine dauerhafte Kostenersparnis: Die maroden Fenster und eine überalterte Heizung machen die Arbeiten in der evangelischen Kirche an der Eichendorffstraße erforderlich. Wehmeiers Prognose: "Wenn wir die Hürde jetzt nehmen, sind wir für die nächsten 20 bis 30 Jahre gut aufgestellt."

Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde wurde unter Vorsitz von Werner Lohrberg (61) bereits im vergangenen Sommer aktiv. Es betraute den Siegener Architekten Norbert Sonntag (57) mit dem Auftrag. Er hatte in dem eigens für das Vorhaben ausgeschriebenen Architekten-Wettbewerb die Nase vorn. "Sein Konzept ist klar, für jeden nachvollziehbar und mit gut 200 000 Euro auch finanzierbar", so Wehmeier. "Wir liegen nach wie vor im Kostenrahmen", versicherte Wehmeier gestern gegenüber der NGZ.

In der zeitlichen Verzögerung von gut zwei Monaten sieht Wehmeier kein Problem. "Es wird alles richtig gut", schwärmt der 52-Jährige. Die neuen, dreifachverglasten Kirchenfenster — gestaltet von dem bekannten Glaskünstler Günter Grohs (53) — werden das Bild der Kirche ebenso dominieren wie die neuen Prinzipalstücke.

Altar, Kanzel und Taufbecken werden derzeit von der in Landau (Pfalz) lebenden Künstlerin Madeleine Dietz erstellt. Ihr neuestes Werk ist im Rahmen der Bundesgartenschau in Koblenz zu sehen. Dort hat Madeleine Dietz in der Festungskirche den "Raum der Stille" gestaltet.

Wehmeier spricht von einem "Glücksgriff". Für ihn ist die renommierte Künstlerin "genial": "Sie arbeitet mit ungewöhnlichen Materialen", spricht Wehmeier unter anderem die Kombination von Stahl und Erde an. "Ich hoffe nur, ihre Botschaft wird von allen verstanden."

Mehr lässt sich Wehmeier zu den Kunstwerken nicht entlocken. Sie sollen in einem feierlichen Gottesdienst enthüllt werden. Zeitlich will sich der Geistliche nicht festlegen. Verläuft alles nach Plan, hofft Wehmeier die Übergabe mit dem Erntedank-Gottesdienst am 2. Oktober verbinden zu können.

Zurzeit findet das kirchliche Leben an der Eichendorffstraße etwas beengt statt. "Natürlich treffen wir uns jeden Sonntag um 10.30 Uhr zum Gottesdienst", sagt Wehmeier. Als Ausweichquartier dient ein Gruppenraum, in den gerade mal 60 Besucher passen. Insofern hat die Kirchengemeinde den Sommer bewusst für die Bauarbeiten ausgewählt. Und auch die Ferienfreizeit mit 150 Kindern findet statt. Dafür wird zeitnah ein Zelt aufgebaut.

(NGZ)