Dauercamper in Jüchen : Logieren mit Luxus

Sie sind schon ein besonderes Völkchen und lieben das Besondere, wenn es um ihre Behausung geht – die Dauercamper. Georg Nellen weiß das. Der 53-jährige Jüchener produziert Vorzelte mit den gewissen Extras.

Sie sind schon ein besonderes Völkchen und lieben das Besondere, wenn es um ihre Behausung geht — die Dauercamper. Georg Nellen weiß das. Der 53-jährige Jüchener produziert Vorzelte mit den gewissen Extras.

Jüchen Doppelt verglaste Fenster, Teppich- oder Laminatboden, Holzvertäfelung, Gardinen, Vorhänge, Bilder an den Wänden — Menschen, die den Campingplatz zu ihrer zweiten Heimat (mitunter sogar ersten) auserkoren haben, dort jedes Wochenende und den gesamten Urlaub verbringen, wollen's nicht nur gemütlich, sondern auch komfortabel haben.

Das weiß Georg Nellen nur zu genau. 40 Jahre ist der Betrieb alt, den der 53-Jährige, der zunächst eine Ausbildung zum Damenoberbekleidungsschneider gemacht hatte, von seinen Eltern übernommen hat. Die Anfänge von "Nellen Zelte" gehen zurück auf eine "Zwei-Nadel-Nähmaschine" in einem Keller. Auf der produzierte Mutter Nellen Jeans. Als ein Nachbar fragte, ob sie mit dieser Apparatur sein Zelt reparieren könnte, hatte Vater Willi die zündende Idee. Die ersten Vorzelte für Caravane wurden hergestellt, zunächst noch fensterlos.

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Die Entwicklung schritt zügig voran. "Forsthaus", "Schneehütte", "Bergklause" sind die wohl klingenden Namen der Modelle, die das Unternehmen in vielen Varianten anbietet. Von der Planung bis zur Montage — alles ist "made by Nellen". Schreinerei, Näherei und Schlosserei sind auf dem Betriebsgelände integriert. Lediglich das Holz wird fertig zugeschnitten aus Polen geliefert. Lüftungsbleche, Umluftheizung sowie ein Dach aus einem speziellen Thermomaterial, das Schwitzwasserbildung verhindert und Regengeprassel dämmt, gehören zum Standard, der allerdings seinen Preis hat. Zwischen 8- und 10 000 Euro blättern die Dauercamper für ihren Hauptaufenthaltsraum hin. Zurzeit hat Nellen ein ungefähr 100 Quadratmeter großes Vorzelt in Planung, das den künftigen Besitzer 26 000 Euro kosten wird. "Machbar ist alles", so der Chef einer 14-köpfigen Crew.

Neben den Vorzelten gehören Wohnwagenschutzdächer, wintertaugliche Pavillons und Terrassenverkleidungen zum Programm. Ganz neu auf dem Nellen'schen Hof: eine faltbare "Haube" für Motorräder — für Biker, die ihr gutes Stück in der frischen Luft parken müssen. Und Biker hat der pfiffige Unternehmer Nellen nun in unmittelbarer Nachbarschaft zu Polo genug. Kunden hat das Unternehmen in ganz Europa, auch 300 Händler vertreiben Nellen-Produkte. Georg Nellen selbst campt übrigens nicht mehr. "Das habe ich als Kind und Jugendlicher gemacht. Doch nun, wenn ich täglich zwölf Stunden mit dem Material zu tun habe, kann ich es abends nicht mehr sehen."

"30 Jahre+" gibt er übrigens als Lebensdauer für seine Vorzelte an. Eben passend für Dauercamper.

(RP)