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Korschenbroich: Literatur-Festival eröffnet

Korschenbroich : Literatur-Festival eröffnet

Gleich zwei Gründe gab es jetzt, um in den Kulturbahnhof zu kommen: Die Künstlerinitiative "KiK" hatte zur Finissage eingeladen, außerdem wurde die aktuelle Veranstaltungsreihe "Korschenbroich liest" eröffnet.

Bis vor kurzem wusste er nicht einmal von der Existenz Korschenbroichs, jetzt war er auf Einladung von Rita Mielke gekommen, um ausgewählte Texte zu lesen: Volker Risch ist Schauspieler und Rundfunkjournalist. Außerdem bespricht der bei Köln lebende 58-Jährige Hörbücher und ist Stimme in so manchem Dokumentarfilm.

Das Lese-Festival in Korschenbroich steht in diesem Jahr unter der großen Überschrift "Unterwegs". Passend dazu hatte Rita Mielke acht Texte ausgewählt, die insgesamt eine rund eineinhalbstündige "Literarische Reise in die vier Himmelsrichtungen" ergab.

Die Besucher wurden gen Osten in das alte China entführt, aber auch in die Gegenwart: Tilman Rammstedts "Der Kaiser von China" ist eine frei erfundene Reisegeschichte. Frei erfunden hatte auch Karl May seine Abenteuergeschichten — Risch las jetzt aus dem Buch "Im fernen Westen", und zwar so, dass sich die Zuhörer im gut besuchten Kulturbahnhof zurücklehnen und genießen konnten.

Der literarische Süden befand sich in Italien: Risch las aus Stefan Maiwalds "Laura, Leo, Luca und ich", eine augenzwinkernde Reflexion über die Menschen, die uns Pizza und Cappuccino beschert haben. Den Schlusspunkt unter der Himmelsrichtung "Norden" bildete Elke Heidenreichs "Nero Corleone", die liebevoll geschriebene Geschichte eines lebenslustigen Katers. Die acht Bücher, aus denen der Profi vorlas, dürften genügend Anregungen geboten haben, für die Auswahl der Urlaubslektüre. Insgesamt will Rita Mielke als Initiatorin von "Korschenbroich liest" mit 14 Veranstaltungen Lust aufs Lesen machen.

Robert Jordan, Initiator der Künstlerinitiative "KiK", begrüßte die Vernetzung zwischen Bildender Kunst und Musik. Und er machte auf eine ganz besondere Ausstellung aufmerksam, die ausschließlich am Samstag ab 17 Uhr auf dem alten Friedhof an der Pescher Straße zu sehen ist: 22 KiK-Künstler werden unter der Überschrift "Bewegung" Arbeiten unter freiem Himmel zeigen, die ausschließlich für diesen Abend entstanden sind. Man darf gespannt sein, mit welcher Art von "Bewegung" man es an diesem klassischen Ort der Ruhe zu tun bekommt.

Ein weiteres Beispiel gelungener Vernetzung verschiedener künstlerischer Disziplinen: KiK-Künstlerin Gabriele Drees-Holz gehört als Flötistin der Philharmonischen Gesellschaft in Düsseldorf an — ebenso wie Mareike Schröers aus Krefeld. Die beiden machten den Auftakt von "Korschenbroich liest" und die Finissage der KiK-Künstler noch einen Hauch gehaltvoller. Auch sie hatten sich bei der Auswahl ihrer Stücke an den Himmelsrichtungen orientiert. Insgesamt ein gelungener Auftakt, der Appetit macht auf mehr — mehr Literatur, mehr Musik und mehr Bildende Kunst.

(NGZ/rl)