Fechten : Limbach geht wieder auf die Bahn

Vier Wochen, nachdem er sich beim Weltcup-Turnier in Athen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hat, geht Nicolas Limbach morgen bei den Deutschen Meisterschaften der Säbelfechter in Tauberbischofsheim wieder an den Start. Der TSV Bayer Dormagen hofft auf drei Titel

Nicolas Limbach hat in den vergangenen Wochen hart an sich gearbeitet. Nicht nur auf der Fechtbahn — das ist der Vize-Weltmeister und Weltranglistenerste im Säbelfechten ja gewohnt. Doch nachdem sich der Dormagener Ende April im Halbfinale des Weltcupturniers von Athen einen Muskelfaserriss mit Einblutungen im Oberschenkel zugezogen hatte, stand zusätzliches Training mit Sylvia Henn, lange Jahre Physiotherapeutin des Deutschen Fechterbundes, bei der medicoreha in Neuss auf dem täglichen Programm des 25-Jährigen.

Mit Erfolg. Denn wenn am Wochenende die Deutschen Meistertitel im Säbelfechten vergeben werden, steht Limbach erstmals seit vier Wochen wieder bei einem Wettkampf auf der Planche. Allerdings nur im morgigen Einzelwettbewerb, der in Tauberbischofsheim ausgefochten wird.

In der Mannschaftskonkurrenz, für die am Sonntag der FC Eislingen Gastgeber ist, wird der Vize-Weltmeister geschont. "Er ist zwar einigermaßen fit, aber wir wollen kein Risiko eingehen", sagt Olaf Kawald, Cheftrainer der Säbelfechter beim TSV Bayer Dormagen. Schließlich ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London das Ziel, dem (nicht nur) Limbach alles unterordnet.

Ausgerechnet der Weltranglistenerste verpatzte vor Jahresfrist den totalen Dormagener Triumph bei den nationalen Titelkämpfen, als er im Einzelfinale dem Tauberbischofsheimer Björn Hübner unterlag. So blieb es bei drei Titeln für die unumstrittene deutsche Säbelhochburg, für die neben beiden Mannschaften Stefanie Kubissa verantwortlich zeichnete. "Alle vier Titel zu gewinnen ist natürlich ein Traum", sagt Kawald, "aber ich wage zu bezweifeln, ob es uns diesmal gelingt." Wobei die Herrenmannschaft auch ohne Limbach und ohne Max Hartung, der gleichfalls nur in der Einzelkonkurrenz startet, in der Besetzung Benedikt Beisheim, Benedikt Wagner, Richard Hübers und Robin Schrödter Favorit ist.

Bei den Säbelfechterinnen ist die gerade von einem einjährigen Studienaufenthalt aus den USA zurückgekehrte Anna Limbach die große Unbekannte: "Hat sie die Form des vergangenen Jahres, ist die Titelverteidigung möglich", meint Kawald mit Blick auf die Formation mit Stefanie Kubissa, Davina Hirzmann, Anna Limbach und Judith Kusian.

In der Einzelkonkurrenz dürfte es auf einen Dreikampf zwischen der EM-Dritten Sybille Klemm (Tauberbischofsheim), Alexandra Bujdoso (KFC Koblenz) und Titelverteidigerin Stefanie Kubissa hinauslaufen. Die WM-Sechste des vergangenen Jahres hat sich mit Platz zehn beim Weltcup im chinesischen Tianjin rechtzeitig wieder in der Weltspitze zurückgemeldet .

(NGZ)