Korschenbroich : Liedberg wird zum Drehort

Nach den Dreharbeiten zum Eifelkrimi und den Vorlesungen zur Criminale steht Liedberg erneut im Blickpunkt der Unterhaltung: Zurzeit wird dort die Komödie "Holger sacht nix" verfilmt. Sascha Göpel, bekannt durch "Das Wunder von Bern", steht dort mit Tilo Prückner vor der Kamera.

Wer heute beim Vennen-Wirt in Liedberg ein kühles Blondes — frisch gezapft — bestellen möchte, geht leer aus. Das Gasthaus, das Birgit (48) und Wilfried (47) Vennen in dritter Generation betreiben, ist noch bis Mittwoch geschlossen. Der Grund: Im historischen Gebäude geben die Produzentin Anita Elsani (38) und Aufnahmeleiter Christian Fürst (48) den Ton an. Neben dem Bergischen Dorf Odenthal und einer Siedlung in Köln-Dellbrück wird Liedberg erneut zum Drehort einer TV-Produktion. Rund 25 Minuten der 90-minütigen Komödie gehen auf das Liedberger Zeitkonto. Im Blick stehen der historische Marktplatz, das Gasthaus Vennen, das Kunstatelier von Jörg Schröder, dass eigens für den Dreh in eine beschauliche Bäckerei umgestaltet wurde. Und auch der ausgebaute Dachboden von Vennen-Nachbar Josef Florenz wird genutzt. Er wird für die Dreharbeiten zum Hotelzimmer umfunktioniert.

Und warum gerade Liedberg? "Die Architektur hier ist perfekt", schwärmt Anita Elsani. Und was die Produzentin noch schätzt: den Dorfcharakter. "Er suggeriert dem Zuschauer — hier kennt jeder jeden." Womit die Chefin von Elsani-Film recht hat. Und das erfährt sie auch bei den Dreharbeiten. Auch wenn das 40-köpfige Team mit einem Dutzend Aufnahme- und Produktionswagen für eine Dorf-Sperrung sorgt, werden Schauspieler und Komparsen mit Sympathie belohnt. "Die Menschen sind ausgesprochen freundlich, rücksichtsvoll, interessiert — aber nicht aufdringlich." Auch Christian Fürst macht die Arbeit in Liedberg Freude: "Hier ist alles so naturbelassen, einfach authentisch." Und dass in Liedberg viele Fußball-Fans leben, zeigen die Autogrammwünsche. Ganz oben in der Skala steht Sascha Göpel. Er spielte Helmut Rahn in "Das Wunder von Bern". Zum Hintergrund: Der Film erzählt die Geschichte von Olga, die ihre Großstadtpläne begraben und wieder ins heimatliche Dorf zu ihren Eltern ziehen muss. Der Vater straft seine Tochter mit stoischem Schweigen, da Olga seinerzeit den Hof nicht übernehmen wollte. Erst als die Familie auseinanderzubrechen droht, kommt der Vater endlich aus seinem Schneckenhaus.

Der genaue Sendetermin ist noch unbekannt. "Die Komödie soll Ende November in der ARD ausgestrahlt werden", so Anita Elsani. "Holger sacht nix" stammt aus der Feder von Katja Kittendorf. Ihre Geschichte wird in den Hauptrollen von Carmen-Maja Antoni (Lilo), Julia Maria Köhler (Olga) und Tilo Prückner (Holger) umgesetzt. Kaum einer wie er beherrscht die Rolle des gegen jede Chance unbeirrbar weiter machenden Kauzes und Außenseiters, der von Schicksalsschlägen heimgesucht wird und nie den Lebensmut verliert.

(NGZ)