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Galopp: Leoderprofi – ein Clown auf vier Beinen

Galopp : Leoderprofi – ein Clown auf vier Beinen

Der sieben Jahre alte Wallach aus dem Badischen geht heute auf der Galopprennbahn am Hessentor an den Start.

Er gehört zu den wenigen populären deutschen Rennpferden der Gegenwart. Dabei ist der sieben Jahre alte Wallach Leoderprofi kein Grand-Prix-Pferd mit internationaler Reputation. Leoderprofi bewegt sich, um den Vergleich mit dem Fußball zu wählen, in der vierten Liga, manchmal reicht es zur dritten Liga. Auch seine Gesamtgewinnsumme bei 50 Starts ist mit 54 250 Euro im Vergleich zu den Millionengewinnen der Grand-Prix-Stars bescheiden. Er hat auch nur sechs der 50 Rennen gewonnen.

Aber er ist ein Musterbeispiel für Treue und Zuverlässigkeit, denn bei seinen drei Starts im Jahre 2014 war er immer "im Geld". Die Saison davor lief er zwölf Rennen und nur zweimal gab es kein Geld. 2012 klappte es noch besser: Leoderprofi brachte von allen 13 Starts einen Geldpreis nach Hause. Zu Hause, das ist der Europa-Stall des Trainers Gerald Geisler in der Renngemeinde Iffezheim bei Baden-Baden.

Heute bei den acht Rennen ab 17.30 Uhr in Neuss wird Geisler die 400 Kilometer aus dem Badischen anreisen und ihn in der Sattelboxe von Neuss persönlich für das Rennen aufbereiten. Nach zwei zweiten und einem dritten Platz könnte der Wallach sogar gewinnen. Das aber war schon oft der Fall und es wurde dann doch "nur" eine Platzierung, deshalb auch die geringe Gewinnsumme trotz der Verlässlichkeit. Es reitet die 19-jährige Alexandra Vilmar aus München. In guter Form mit schon fünf Siegen in dieser Saison und dem Traum-Lebendgewicht von 48 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,50 Meter gesegnet.

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Im Rennstall am Rande der Iffezheimer Bahn ist der Wallach mit dem ungewöhnlichen Namen der Liebling aller. Geisler: "Er ist ein Clown auf vier Beinen. Immer zu Scherzen aufgelegt, aber niemals böse. Er buckelt und hüpft herum, aber er wirft seine Reiter niemals runter. Einfach ein sympathisches Wesen." Das allerdings war nicht immer so "Als er noch Hengst war, gab es viele Probleme mit ihm. Er war nur selten bereit, sich richtig anzustrengen. Wir haben immer viel von ihm gehalten, doch er wurde immer schwerer beherrschbar." Also griff man zu dem in solchen Fällen im Pferdesport gängigen Mittel: der Kastration. Und siehe da: seiner Männlichkeit beraubt, wurde er das erwähnte, sympathische Wesen und angestrengt hat er sich im Rennen auch.

Seinen Namen verdankt er übrigens dem Actionfim "Leon der Profi" aus dem Jahre 1994. So sollte er eigentlich auch heißen. Weil es dafür aber keine Genehmigung gab, wählte der Züchter Peter Freiherr von Kap-herr die Alternative Leoderprofi. Das Pferd hat seinen Züchter längst überlebt, denn der Hamburger Bankier verstarb am 11. Februar 2008. Da war sein Leoderprofi noch im Jährlingsalter. Er hat ihn also niemals im Rennen laufen sehen. Heute geschieht das im fünften Rennen um den Preis von German Tote um 19.30 Uhr.

(NGZ)