Handball : Lenz überzeugt beim TVK

Handball-Zweitligist DHC Rheinland behielt beim 30:26 im Test beim Lokalrivalen TV Korschenbroich die Oberhand. Während die beiden Dormagener Neuzugänge sich gut einfügten, bangt man beim TVK um einen Leistungsträger.

Über zwei Dinge waren sich Richard Ratka und Christian Voß, Trainer der Handball-Zweitligisten DHC Rheinland und TV Korschenbroich, nach 60 durchwachsenen Testspiel-Minuten ihrer Schützlinge einig: Dass der Dormagener 30:26-Sieg (Halbzeit 14:12) in der Korschenbroicher Waldsporthalle wohl ein Muster ohne Wert ist, und – viel wichtiger –, dass beiden bis zum Rückrundenauftakt noch eine Menge Arbeit bevorsteht.

"Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Wir hatten zwar gestern eine harte Trainingseinheit, trotzdem brauchen wir noch mehr Kraft und Konzentration", fand Ratka nach der Partie. Dessen Mannen erwischten den besseren Start und konnten sich nach 18 Minuten zurecht bis auf 12:7 absetzen, bis sich die Fehler zunehmend häuften und die Partie immer zäher wurde.

So konnten sich eigentlich nur die Torhüter auszeichnen, die allesamt einen guten Job machten. Beim TVK parierte Sven Bartmann in 40 Minuten acht Bälle, der DHC testete gleich drei Schlussmänner: Jendrik Meyer entschärfte in 27 Minuten siebenmal, Daniel Schlingmann insgesamt fünfmal. Ebenso oft, aber wesentlich spektakulärer, hielt Neuzugang Mathias Lenz in 13 Minuten, die deutlich machten, dass der Ex-Düsseldorfer dem DHC weiterhelfen kann.

"Es waren aber auch zwei Eiertore dabei, es gibt noch viel zu tun. Wir konzentrieren uns voll und ganz auf die Rückrunde, bis dahin müssen wir noch viel verbessern" gab sich der gebürtige Heppenheimer, der morgen 27 Jahre alt wird, selbstkritisch. Ordentlich agierte auch der zweite Neue, Routinier Michael Hegemann (34): Vorn erzielte er zwei Treffer, hinten präsentierte er sich aggressiv und stabil.

Steigern müssen sich die beiden Lokalrivalen vor allem in der Vorwärtsbewegung: Dormagen wurde nach der Pause von der sehr offensiven TVK-Abwehr, die eine 4-2- und sogar eine 3-3-Deckung testete, zu vielen leichten Ballverlusten gezwungen.

Auf der Gegenseite fand Korschenbroich gegen die sehr aggressive DHC-Deckung lange kein probates Mittel und musste sich auf Einzelaktionen von Simon Breuer (6 Tore), Sven Piske (5) oder Florian Korte (4) verlassen. Letzterer verletzte sich kurz vor Schluss nach einem harten Einsatz von Daniel Mestrum wohl schwerer am Knie, eine genaue Diagnose soll eine heutige Untersuchung bringen.

"Beide haben mit angezogener Handbremse gespielt, der DHC ist für mein Empfinden aber zu hart aufgetreten. Unsere Leistung möchte ich nicht überbewerten, viel wichtiger ist Florians Gesundheit", meinte TVK-Coach Voß – wohl in dem Wissen, dass der Klassenverbleib ohne den Rückraumspieler kaum zu schaffen sein wird.

(NGZ)