SC Kapellen : Leitwolf schmerzlich vermisst

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Die Kicker des SC Kapellen konnten nicht an die Glanzleistung vom Sieg in Düsseldorf anknüpfen. Nach eher durchwachsener Leistung unterlag der Aufsteiger dem Verbandsliga-Tabellenführer VfB Speldorf mit 1:3 .

Irgendwie will es für die Verbandsliga-Fußballer des SC Kapellen vor heimischem Publikum in dieser Saison einfach nicht klappen. Auch gegen den Tabellenführer VfB Speldorf setzte es im Erftstadion eine 1:3-Niederlage (Halbzeit 0:1). Der letzte und einzige Sieg gelang Anfang September - am dritten Spieltag sprang gegen Rheydt ein 5:1-Erfolg heraus.

Von einem Heimkomplex mag SCK-Trainer Horst Steffen allerdings nichts hören - abgesehen von der unbestreitbaren Tatsache, dass seine Schützlinge auf der schmucken Anlage an der Weimarstraße ganz im Gegensatz zu so manch berückendem Auftritt in der Fremde bieder - und vor allem erfolglos - agierten, seien ihm keine besonderer Auffälligkeiten erinnerlich. Sehr wohl gegen den Strich ging ihm die gestrige Vorstellung. Sicher, Speldorf ist in der Liga ein absolutes Großkaliber, doch hatte Steffen den Spitzenreiter durchaus schon stärker gesehen. "Wir haben sie nicht so gefordert", bemängelte er.

  • Der nur 1,76 Meter große Moritz
    Handball : TSV verspielt in nur fünf Minuten den Heimsieg
  • Hat den Aufstieg des VfL Bochum
    Fürth setzt Kiel unter Druck : Bochum muss Aufstiegsfeier vertagen – HSV bleibt in 2. Liga
  • Pure Dominanz: Rechtsaußen Lennart Leitz traf
    Jugendhandball : Dormagen zerlegt SG Flensburg/Handewitt

Entschuldigend konnten die eifrig bemühten Hausherren höchstens ins Feld führen, dass ihnen mit Sven Schuchard ihr Leitwolf verletzt ausgefallen war. Ohne den wegen chronischer Probleme an der Achillessehne pausierenden Ex-Profi fehlte einfach die ordnende Hand im Mittelfeld, einer, der im richtigen Moment den richtigen Pass spielt. Sven Raddatz ist in dieser für ihn ungewohnten Rolle noch überfordert. Da auch Kapitän Frank Klasen ohne seinen Standardpartner genug Arbeit damit hatte, sich seiner eigenen Haut zu erwehren, ging bei Kapellen nicht viel Gefährliches nach vorne.

Ganz anders die Gäste. Sie wussten ihre erstklassigen Offensivkräfte immer wieder bestens in Szene zu setzen. Dabei profitierten sie freilich mit Wonne von schlimmen Ballverlusten des Gegners im Mittelfeld. Vor dem ersten Tor hatte sich Thomas Tröster im Mittelfeld das Leder abjagen lassen und Andreas Schulz' fehlgeschlagene Rettungsmaßnahme wurde zum Steilpass für den wieselflinken Frank Cho, der im Laufduell Kapellens Abwehrchef Michael Hecker förmlich stehen ließ. Seinen Querpass nutzte Routinier Dirk Roenz locker zum 1:0 (17.).

Speldorfs in Ehren ergrauter Sturmführer war auch an der zweiten Großchance der Gäste vor der Pause maßgeblich beteiligt. Er umspielte auf der rechten Außenbahn Stefan Dresen und legte das Leder per feinem Außenristpass gekonnt aufs Haupt des völlig ungedeckten Kollegen Cemal Kelle. Dessen Kopfball aus fünf Metern meisterte SCK-Keeper Dirk Hermes indes bravourös.

Auch den zweiten Abschnitt begann der VfB, der insgesamt die deutlich reifere Spielanlage zeigte, furios: Zunächst zimmerte Roenz den Ball aus gut und gerne 30 Metern ans Lattenkreuz (47.), kurz darauf nutzte er die Lethargie der offenbar in einer Art Schockzustand gefangenen SCK-Abwehr ungerührt zum 2:0 (49.). Wenig später verfehlte er nur knapp (58.).

Fast aus heiterem fiel im Gegenzug der Anschlusstreffer. Nach Vorbereitung von Sven Raddatz stocherte der ansonsten blasse Toni Fernandez die Kugel zum 1:2 über die Torlinie. Jetzt verlor Speldorf etwas die spielerische Linie, blieb aber trotzdem stets gefährlich. Schoss Marco Ferreira das Spielgerät in der 66. Minute unmittelbar nach seiner Einwechslung noch aus drei Metern übers leere Gehäuse, so besorgte er eine Viertelstunde vor Schluss mit einem strammen Vollspannstoß genau in den Torgiebel die endgültige Entscheidung.

(NGZ)