Jüchen : Leerser Kinderrat stellt sich vor

18 Jungen und Mädchen des Kinderparlaments in Leers waren bei Jüchener Viertklässlern zu Besuch. Die Gäste stellten ihr Parlament vor, kochten mit ihren Gastgebern, pflanzten einen Baum und gingen auf Nachtwanderung.

300 Kilometer liegen zwischen Jüchen und der französischen Partnergemeinde Leers: Wie schnell diese zu überwinden sind, erlebten 18 Kinder vom Kinderparlament in Leers, die am Wochenende zu Besuch waren. Organisiert wurde diese Begegnung vom Gemeindejugendring um Leiter Stefan Bredt und dem französischem "Service de Jeunesse".

Nach einem Samstag mit buntem Programm sammelten sich am Sonntag die Tränen in den Kinderaugen: Der Bus stand zur Abfahrt bereit, die letzte Tasche war verstaut. "Die 18 französischen Kinder haben schnell Freundschaft geschlossen mit den 18 Kindern aus Jüchen", sagt Bredt. Erstaunlicherweise habe es auch keine Sprachprobleme gegeben: "Sie sprechen eine perfekte Mischung aus Deutsch, Französisch, Englisch, Händen und Füßen." So wurden bereits nach wenigen Stunden die ersten E-Mail-Adressen ausgetauscht.

Kurz nach der Ankunft stellten die Gäste ihr Kinderparlament vor. Gespannt erfuhren die Jüchener Kinder, dass die Kinder der drei Grundschulen in Leers ihren eigenen Kinderrat, das Conseil Municipal des Enfants, wählen. Alle Kandidaten entwerfen ein Wahlplakat und stellen ihre Ideen zu den Themen Umwelt, Sport und Soziales vor. Die Wahl findet in allen drei Grundschulen gleichzeitig statt und 20 Kinder werden für zwei Jahre als Vertreter gewählt.

Auch Bürgermeister Harald Zillikens zeigt sich beeindruckt: "Sie beschäftigen sich sehr früh mit Demokratie und der Struktur ihrer Stadt. Hier sind die Besuche im Rathaus eher punktuell in den Schulalltag integriert." Neben den kinderpolitischen Vorträgen stand für die jungen Besucher vor allem eines im Mittelpunkt: Mit den neuen Freunden Spaß haben und die kurze Zeit genießen. Nachdem sie gemeinsam einen Baum an der Skateranlage gepflanzt hatten, der ein Symbol für die wachsende Partnerschaft ist, stand ein Schwimmbadbesuch in Hochneukirch auf dem Programm – mit dem Bürgermeister als Beckenaufsicht.

Nach dem Toben im kühlen Nass kochten die Viertklässler gemeinsam ein deutsches und ein französisches Gericht, um auch die kulinarischen Unterschiede kennenzulernen. Nach der Nachtwanderung am späten Abend fielen alle müde in ihre Schlafsäcke, zur Übernachtung stand die Sporthalle an der Stadionstraße zur Verfügung. Doch auch die schönste Zeit hat einmal ein Ende. Umso glücklicher waren die Kinder, als Marie Dominique Petit, Vizebürgermeisterin in Leers, sie zum Gegenbesuch einlud. "Sie haben so viel erlebt, so viel Spaß gehabt. Das ist es doch auch, was eine Partnerschaft ausmacht."

(NGZ)