Korschenbroich: Lebensraum für Erdkröten und Frösche

Korschenbroich: Lebensraum für Erdkröten und Frösche

1989 hatte der NABU in Höhe des Bresserhofes 432 Amphibien über die Straße geholfen. 20 Jahre später waren es nur noch 76 Tiere. Tatsache ist, dass die Lebensbedingungen dieser Tiere im Pferdsbroich derzeit alles andere als optimal sind.

Im Winter sollen jetzt auf Anregung der Naturschützer die Laichbedingungen deutlich verbessert werden. An der Westseite des Baggersees werden vier von sechs Teichen gründlich verändert.

Die Angler sind glücklich: Hecht, Aal, Karpfen, Wels, Rotauge, Barsch und andere Fische beißen in großer Zahl an. Weniger gut ist es um die Population der Amphibien bestellt — deren Zahl ist stark rückläufig. "Sie brauchen Flachwasserzonen mit relativ warmem Wasser", weiß Gerd Sack vom BUND Korschenbroich. Ulrich Schmitz (51) von der Unteren Landschaftsbehörde beim Rhein-Kreis Neuss kennt die Ergebnisse der Erhebungen, die die Biologische Station im vergangenen Jahr vorgenommen hat: Erdkröten, Grasfrösche, Wasserfrösche sowie Berg- und Teichmolch kommen zum Teil nur noch vereinzelt vor, und das, obwohl der eingezäunte Bereich des Baggersees Landschaftsschutzgebiet ist und jenseits der ehemaligen L 361, die zum Teil zugewuchert ist, das Naturschutzgebiet beginnt.

Nach der Zeit der Auskiesung soll auch aus dem jetzigen Landschaftsschutzgebiet ein Naturschutzgebiet werden. Der BUND steht sicher nicht im Verdacht, leichten Herzens Bäume zu fällen. Doch im Winter werden die Kettensägen im Pferdsbroich in unmittelbarer Nähe des Sees zu hören sein. Da ist zum Beispiel das rund 100 Meter lange Fischbrutgewässer — es wird im südlichen Bereich auf einer Länge von rund 35 Metern freigeschnitten. Dafür müssen vor allem Birken weichen. Ulrich Schmitz nennt diesen künstlich angelegten Bypass "Fisch-Kinderstube".

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Damit sie zu einer wirklich guten Stube werden kann, muss mehr Sonne durchdringen können. Auch die Amphibien brauchen Flachwasserzonen mit relativ warmem Wasser. Das, was vor rund 20 Jahren von Menschenhand angelegt worden war, hat sich nicht wie gewünscht entwickelt. Alles ist zugewuchert, Sonnenlicht hat kaum eine Chance — als Laichgewässer denkbar ungeeignet.

Die erforderlichen Arbeiten wird die Firma Cemex — früher Readymix — kostenlos umsetzen. Gerd Sack: "BUND Korschenbroich und Biologische Station werden die Arbeiten fachmännisch überwachen."

(dhk)
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