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Leichtathletik: Lauffest für die ganze Familie

Leichtathletik : Lauffest für die ganze Familie

Auch wenn die angepeilte Rekordmarke von 4000 "Finishern" nicht fiel, für den Breitensport wurde der 30. Sommernachtslauf der TG Neuss zur großen Party. Am 25. Mai 2013 folgt die 31. Auflage.

Auch wenn sie nach dem Ende ihre aktiven Karriere von ihrer Bestform ein ganzes Stück entfernt ist, Sonja Oberem (39) fand Gefallen am vor einem Jahr zum Breitensportfest umfunktionierten Neusser Sommernachtslauf. "Am Start habe ich mich noch gefragt, warum machst Du das eigentlich?", räumte die Olympia-Achte von Atlanta 1996 ein. "Aber dann hat es doch wieder richtig Spaß gemacht. Laufen ist halt ein bisschen wie Fahrradfahren — das verlernst du nicht."

Schwer beschäftigt: Klaus Ehren, Geschäftsführer der Turngemeinde Neuss. Foto: Woitschützke, Andreas

Zur Entscheidung, den "Lauf der Asse" zu kippen, steht die TG Neuss als Ausrichter trotz der mit 3726 Läufern im Ziel deutlich verpassten Rekordmarke von 4000 nach wie vor. "Die Finisher-Zahlen und der große Zuspruch der Zuschauer zeigen uns, dass wir mit unserem Konzept richtig liegen", sagte TG-Geschäftsführer Klaus Ehren. Vergnügen am Laufspektakel hatten vor allem die Kleinsten. Nele Lethen von der Richard-Schirrmann-Schule in Hoisten zum Beispiel. Die Zehnjährige war zum ersten Mal dabei, ist aber trotzdem schon ein alter Hase, hatte sie doch bereits beim Abendlauf des ASC Rosellen triumphiert. In Neuss gewann sie bei den Viertklässlern, lag nach 1000 Metern in 3:49 Minuten ganz knapp vor Leonie Langer (Pestalozzischule/3:50) und Enya Stahlmann (St.-Andreas-Schule/3:52). Das freute natürlich auch die Mama. Und mit einem Lob an die Organisatoren fügte Susanne Lethen schmunzelnd hinzu: "Dass wir unsere Tochter nach dem Rennen direkt wiedergefunden haben, war ebenfalls ziemlich klasse."

Eine nicht zu unterschätzende Leistung, nahmen an den Läufen der Minis und Grundschulen doch fast 900 wuselige Knirpse teil. Der im Auftrag der Turngemeinde mit der Öffentlichkeitsarbeit rund um die Großveranstaltung beschäftigte Marc Hillen (Agentur h1) verbuchte den rund sechsstündigen Sporttag als Erfolg, hatte im Vergleich mit dem freilich verregneten Event im Vorjahr ein deutlich höheres Zuschauerinteresse ausgemacht. Davon offenbar angespornt, gehörte er zu den Hobbyläufern, die bei optimalen Bedingungen neue persönliche Bestzeiten aufstellten. Im Sog des nach einer Blessur mit erheblichem Trainingsrückstand angetretenen TG-Vorsitzenden Mario Meyen steigert er sich über 5000 Meter auf 21:44 Minuten und wies damit als 122. des Gesamteinlaufs auch Stadtarchiv-Leiter Jens Metzdorf (30:26 Minuten/Platz 618) deutlich in die Schranken.

Als genauer Beobachter waren Friedhelm Sonnenberg indes gewisse "strukturelle Mängel" nicht verborgen geblieben. Der stellvertretende Vorsitzende der TG Neuss mochte darum eine Rückkehr des Sommernachtslaufs auf den Markt nicht grundsätzlich ausschließen. Selbst der "Lauf der Asse" könnte ein Comeback feiern. "Wir sichten die Laufszene genau", erklärte Ehren, "und wenn es wieder genug deutsche Spitzenläufer gibt, wäre das auch für uns interessant".

(NGZ)