Larissa Eifler aus Dormagen holt im Team Silber bei Fecht-WM in Polen.

Fechten : Larissa Eifler holt im Team WM-Silber

Bei der Fecht-WM in Polen unterliegt die Europameisterin des TSV Bayer Dormagen mit den deutschen Juniorinnen erst im Finale Ungarn denkbar knapp mit 43:45. Im Halbfinale gelingt ein 45:43-Sieg über Italien.

Na klar, wer so kurz vor dem totalen Triumph noch abgefangen wird, ist natürlich ein bisschen enttäuscht. Doch dazu bestand für Larissa Eifler (TSV Bayer Dormagen), Lisa Gette, Julika Funke und Anna-Lena Bürkert (alle FC Würth Künzelsau) nach der Niederlage gegen starke Ungarinnen nun überhaupt kein Grund, fand auch Bundestrainer Pierre Guichot und stellte fest: „Ich bin sehr stolz auf die Leistung der Fechterinnen.“

Das konnte der seit knapp zwei Jahren in Diensten des Deutschen Fechter-Bundes stehende Franzose auch sein, immerhin haben seine Mädels mit WM-Silber schon das zweite Topergebnis des noch jungen Jahres eingebracht. Anfang März sicherte sich das deutsche Säbel-Quartett im italienischen Foggia den EM-Titel. „Auch heute haben die Vier sehr gut und konzentriert gefochten und meine Hinweise optimal umgesetzt“, sagte Guichot: „Damit haben sie ihre Leistung von Foggia in beachtenswerter Manier bestätigt.“ Die Europameisterinnen  waren in Torun mit einem überzeugenden 45:36-Erfolg über Spanien in das WM-Turnier gestartet. Danach setzten sie sich in einem aufregenden Duell mit 45:37 gegen Korea durch. Larissa Eifler unterlag dabei Hayoung Jeon knapp mit 4:5, schlug aber Hyunjeong Lee (6:4) und Suin Jeon (5:2). Im Halbfinale wartete in Italien der Kontrahent vom EM-Finale. Und wieder behielt das deutsche Team die Oberhand: Ihr erster Einsatz gegen Giulia Arponi endete für Larissa Eifler noch mit einer 4:7-Niederlage, dann aber war sie mit Siegen über Benedetta Taricco (5:4), die im Einzelwettbewerb Bronze geholt hatte, und Chiara Pagano Fusco (6:4) maßgeblich daran beteiligt, dass ihre Mannschaft mit einer 40:36-Führung ins letzte Gefecht ging.  Das gab Lisa Gette, die ebenso wie Julika Funke längst das Sportinternat Knechtsteden besucht, am Bundesstützpunkt Dormagen unter Pierre Guichot trainiert und sich im Sommer auch dem TSV Bayer Dormagen anschließen wird, gegen Giulia Arponi zwar mit 5:7 ab, landete dabei aber den entscheidenden Treffer zum 45:43-Erfolg.

Kaum minder spannend verlief das Finale: In dem tat sich Larissa Eifler, 15. der Einzelkonkurrenz, schwer, zog sowohl gegen die überragende Liza Pusztai (4:8) als auch gegen Dorottya Berczy (5:8) den Kürzeren. Die 19-Jährige bezwang jedoch Sugar Katinka Battai klar mit 8:4, und da im vorletzten Match auch Julika Funke gegen Battai mit 5:3 die Oberhand behielt, lag Deutschland vor dem neunten und letzten Gefecht mit 40:37 vorne. Indes: Liza Pusztai, WM-Sechste im Einzel, drehte den Spieß noch um, gewann gegen Lisa Gette mit 8:3 und machte damit den 45:43-Sieg der Ungarinnen perfekt. Das fand der Bundestrainer extrem bedauerlich. Guichot resümierte: „Wir hatten die Goldmedaille auf der Spitze, aber am Ende war Liza Pusztai einfach zu stark.“

Die glücklichen Silbermedaillen-Gewinnerinnen vei der WM in Torun (Polen): (v.l.) Anna-Lena Bürkert, Julika Funke, Larissa Eifler, Lisa Gett mit Delegationsleiter Olaf Kawald vom TSV Bayer Dormagen (oben links) und Bundestrainer Pierre Guichot. Foto: Deutscher Fechter-Bund

Im kleinen Finale fertigte Italien die USA mit 45:34 ab und sicherte sich damit die Bronzemedaille. Weitere Platzierungen: 5. Korea, 6. Frankreich, 7. Bulgarien, 8. Russland, 9. Ukraine, 10. Mexiko, 11. Türkei, 12. Japan ...  25. Georgien.

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