Fußball : Landesliga startet mit Derby

Nach dem Aufstieg des SV Uedesheim in die Oberliga Niederrhein ist der Fußballkreis 5 in der Landesliga nur noch durch den VdS Nievenheim und den TuS Grevenbroich vertreten. Und genau diese beiden Klubs treffen bereits Freitagbend (Anpfiff 19.30 Uhr) an der Südstraße aufeinander.

Nievenheim Nein, so richtig heiß auf den Auftakt der Punktspielrunde in der Fußball-Landesliga sind die Lokalrivalen nicht. "Wie nehmen es, wie es ist", sagt Nievenheims Trainer Varol Besikoglu lakonisch. Sein in Diensten des TuS Grevenbroich stehender Kollege Jörg Ferber sieht die Sache ähnlich: "Klar, einerseits bin ich froh, dass es wieder losgeht, andererseits hätte ich doch ganz gerne noch ein bisschen mehr Zeit gehabt."

Was den beiden Coaches vor dem direkten Duell am Freitagabend (19.30 Uhr) etwas die Laune verhagelt, ist die ziemlich bescheidene Qualität der Vorbereitung. "Eine schlechtere habe ich in meiner Zeit in Nievenheim noch nicht erlebt", stellt Besikoglu sogar fest, "das sieht man auch an den Ergebnissen". Baustelle Nummer eins: Die Viererkette muss nahezu komplett neuformiert werden. Marc Schüttler hat seine Karriere beendet, Dean Puseljic fällt mit Problemen am Kreuzband im Knie noch lange aus und Daniel Dünbier weilt noch im Urlaub. Zu allem Überfluss zwickt's Mehmet Yilmaz am Meniskus. In den aus Grevenbroich gekommenen Sascha Pelka und Stephan Volk steht zwar Fachpersonal zur Verfügung — auch der vielseitig verwendbare Simon Kozany könnte den Posten auf einer der Außenbahnen besetzen —, doch die dringend erforderlichen Automatismen konnten sich noch nicht einstellen.

Baustelle Nummer zwei: Für die beiden Planstellen in der Spitze stehen nach den Abgängen von Markus Paffendorf (TSV Bayer Dormagen) und Lukasz Koziatek (SV Uedesheim) in Kevin Buttchereit und Salvatore Franciamore nur zwei Akteure zur Verfügung. Die genügen zwar höchstens Ansprüchen. "Aber was mache ich, wenn sich einer verletzt?" fragt Besikoglu. Platz drei aus dem Vorjahr als Messlatte anzulegen, verbiete sich darum: "Wir müssen uns in allen Mannschaftsbereichen verbessern. Es kann doch nicht immer nur bergauf gehen."

Den morgigen Gegner bezeichnet der Nievenheimer Trainer als "Wundertüte". Als Verein steht der TuS im Kreis seit Jahrzehnten für gehobene Klasse, doch wohl selten zuvor gab es so viele Abgänge hochkarätiger Kicker zu verkraften: Neben Volk und Pelka haben auch Lars Faßbender, David Dygacz, Marius Schoenen, Sinisa Spasovski, Dustin Thissen und Kevin Afari das Team verlassen — alles erfahrene Stammspieler. Da gegen Nievenheim zudem die Ausfälle von Tayfun Kula, Mustafa Paktiani und Hasan Er drohen, seien die Rollen, so Ferber, morgen klar verteilt: "Nievenheim spielt um den Aufstieg, für uns kann es nur darum gehen, uns möglichst schnell ins Mittelfeld reinzuschießen. Mit dem Potenzial, was die haben, ist Nievenheim klarer Favorit."

Als reines Opfer sieht er seine neue Mannschaft indes keineswegs. "Natürlich sind die Jungs unerfahren und haben in der Vorbereitung mitunter Lehrgeld bezahlt. Es braucht halt Zeit, 13, 14 neue Leute einzubauen. Aber wir können Fußball spielen." Als Blaupause dient ihm dabei der 2:0-Erfolg im Testspiel über den Oberligisten TuS Bösinghoven: "Können wir diese Leistung wiederholen, haben wir auf jeden Fall eine Chance."

(NGZ/ac)