Landesliga: SC Kapellen bestreitet Topspiel-Phobie, Sorgen in Holzheim

Fußball : SC Kapellen bestreitet Topspiel-Phobie

Comeback von Georg Krahwinkel in Jüchen muss gleich Punkte bringen. Holzheim tritt beim Spitzenreiter der Fußball-Landesliga an.

Die Schlagzeilen in der Fußball-Landesliga: Aufbruchstimmung nach dem Trainerwechsel in Jüchen. Neue Sorgen um den Trainer in Holzheim. Kapellens nächster Versuch, wieder mal ein Spitzenspiel zu gewinnen.

TVD Velbert – SC Kapellen. Zwei vernichtende Niederlagen gegen Cronenberg (1:5, 1:7) und auch das Hinspiel gegen Velbert ging deutlich mit 2:5 verloren. Doch Kapellens Sportlicher Leiter Jörg Ferber mahnt: „Wir dürfen uns da nichts einreden lassen. Wir haben zweimal gegen den 1. FC Mönchengladbach gewonnen.“ Darum will er von einer Topspiel-Phobie der Mannschaft nichts wissen. Mit Blick auf die weiteren Saisonniederlagen gegen Heiligenhaus (1:4) und Amern (0:4) erklärt er: „Wenn wir verlieren, verlieren wir hoch. Wir spielen halt einen Fußball, der auch mal ins Auge gehen kann.“ Erschwerend kommen die Ausfälle von Can Yücel, David Dygacz und vielleicht auch Stephan Wanneck hinzu. Trotzdem steht für Ferber fest: „Unsere personellen Probleme interessieren keinen. In Velbert musst du punkten, egal, wer spielt.“ Die Hausherren gehören indes zur Crème de la Crème der Liga, haben zehn ihrer zurückliegenden zwölf Spiele gewonnen und nur gegen Amern verloren (1:6). Ferber: „Das ist eine überragende Mannschaft, gespickt mit Regionalliga- und Oberliga-erfahrenen Spielern. Beide Mannschaften können Fußball spielen. Darum kommt es jetzt darauf an: Willst du! Oder hast du Angst vor der eigenen Courage!“
Cronenberger SC – Holzheimer SG.
Der Neuling ist seit vier Spielen ohne Niederlage und steht auf dem am Ende rettenden 13. Tabellenplatz. Trotzdem ist die Stimmung vor dem schweren Gang zum Tabellenführer gedrückt, denn der gerade erst von seinem Hörsturz genesene Trainer Guido van Schewick, dessen Vertrag Anfang der Woche um ein Jahr verlängert worden war, hat einen gesundheitlichen Rückschlag erlitten. Nach dem Dienstagtraining war Schluss, danach übernahm wieder sein Co-Trainer David Rodriguez. Dem vertraut sein „Chef“ indes ebenso uneingeschränkt wie der gesamten sportlichen Leitung. „Ich weiß, dass ich mich auf jeden Einzelnen verlassen kann.“ In Cronenberg sieht er seine Schützlinge als krasse Außenseiter, zumal unverzichtbare Stammkräfte wie Thorsten Linnemeier, Maurice Girke und Marvin Meirich gesperrt ausfallen. Definitiv nicht dabei sind Simon Petri, Ferhat Duman und Eser Pekin, hinter dem Einsatz von Yannick Joosten (private Verpflichtung) steht ein dickes Fragezeichen. Obwohl der Coach im Moment keine 13 Feldspieler benennen kann, steht für ihn fest. „Am Sonntag stehen elf Spieler auf dem Platz und drei sitzen auf der Bank.“ Beim 1:4 im Hinspiel lag die HSG zur Pause mit 1:0 vorne. Van Schewick: „Wir müssen realistisch bleiben. Schon ein Punkt wäre eine Riesenüberraschung.“
Düsseldorfer SC 99  – VfL Jüchen/Garzweiler.
Durchaus mit großem Elan, aber der Gelassenheit eines 68-Jährigen, der in seiner langen Karriere als Trainer schon (fast) alles erlebt hat, geht Georg Krahwinkel in sein zweites Comeback beim VfL. Das beschert ihm gleich das Kellerduell mit dem Schlusslicht aus Derendorf. Was von ihm erwartet wird, ist klar: „Wenn wir die Klasse halten, ist alles gut. Dann kann es von mir aus schwarz schneien.“ Ein heikles Unterfangen mit einer zwar gut besetzten Mannschaft („Als ich vor zwei Jahren eingesprungen bin, standen mir Spieler wie Sven Raddatz und Jochen Schumacher noch nicht zur Verfügung.“), die jedoch seit mittlerweile sechs Pflichtspielen auf einen Sieg wartet. Beim Blick auf die Tabelle wird Krahwinkel schnell klar: „Im Kampf um den Klassenverbleib sind noch sechs Mannschaft in der Verlosung. Davon bleiben zwei drin. Das wird schwer, aber das kann man schaffen.“ Vorentscheidende Bedeutung misst er der Partie am Sonntag zu: „Der Ausgang dieser Partie spielt eine große Rolle.“  Ein 1:1-Unentschieden wie im Hinspiel dürfte zu wenig sein. So sehr für ihn außer Frage stand, dass er nach der Trennung von Michele Fasanelli dem Werben der Vereinsführung ohne zu zögern nachgeben würde („Da steckt einfach zu viel Herzblut drin.“), so sehr steht für ihn fest, dass er am Saisonende aufhört: „Ich bin spät Opa geworden. Nach diesen neun Spielen ist endgültig Schluss, dann kann von mir aus der Herrgott anklopfen ...“

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