Landesliga: Kapellen trifft auf seinen alten Torhüter

Fußball: „Mölle“ kehrt mit Rath an die Erft zurück

SC Kapellen trifft in der Fußball-Landesliga zum ersten Mal auf seinen langjährigen Keeper Christopher Möllering. Die beiden Kellerkinder Holzheimer SG und VfL Jüchen/Garzweiler stehen gegen Topteams vor fast unlösbaren Aufgaben.

Die Qual der Wahl haben am Sonntag im Rhein-Kreis die Fans der Fußball-Landesliga: Wollen sie Emotionen, ist Kapellen die richtige Destination, hoffen sie auf eine faustdicke Überraschung, sei ihnen die Fahrt nach Holzheim oder Jüchen ans Herz gelegt.

SC Kapellen – Rather SV. Nach zwei sieglosen Spielen in Folge machte sich der gestürzte Tabellenführer unter der Woche mit einem Testspiel gegen die U19 von Borussia Mönchengladbach wieder Lust auf den Liga-Alltag. Das Match endete zwar mit einer 2:3-Niederlage, „doch in Sachen Tempo und Druck haben wir endlich mal wieder an die Leistungen der ersten Wochen angeknüpft“, sagte Kapellens Sportlicher Leiter Jörg Ferber. „Zuletzt kam mir das fast schon ein wenig arrogant vor. Wir haben als Mannschaft zu wenig investiert.“ Er ist indes guter Hoffnung, dass Trainer Oliver Seibert in einer Aussprache die richtigen Worte gefunden hat. Das wäre gut, schließlich kommt im Rather SV  ein Kontrahent ins Erftstadion, der am vergangenen Sonntag mit einem 4:0-Heimsieg über den VfB Solingen zurück in die Erfolgsspur gefunden hat. Sein Comeback feierte dabei Christopher Möllering, der ab 2013 für fünf Jahre als Stammspieler das Tor des SCK gehütet hatte. Nach seinem im März erlittenen Achillessehnenriss hat er in Rath erstaunlich schnell zu alter Form zurückgefunden. Derweil muss Kapellen weiter auf Lennart Ingmann und Dimitrios Balis verzichten, angeschlagen sind Robert Wilschrey (Schulter) und Manu Ioannidis (Knie).  

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Holzheimer SG – TVD Velbert. Nach den klaren Niederlagen gegen Cronenberg (1:4) und Meerbusch II (0:4) droht der HSG im Duell der so ungleichen Neulinge die nächste Abfuhr, denn der Aufstiegskandidat aus Velbert überzeugte zuletzt mit klaren Siegen gegen Kapellen (5:2) und den MSV Düsseldorf (4:0). Trainer Guido van Schewick gibt sich darum keinen Illusionen hin: „Da kommt einer der ganz großen Favoriten zu uns. Mit dem können und müssen wir uns nicht messen, werden aber alles dafür tun, dass wir eine Überraschung schaffen.“ Dazu müsste es dem Tabellenvorletzten aber wirklich mal gelingen, sein Defensivverhalten über 90 Minuten auf Liganiveau zu bringen. Der Coach weiß um die Defizite. „Und zwei Siege in bislang elf Spielen sind natürlich zu wenig“, versichert aber: „Wir werden immer noch nicht nervös.“ Trotzdem sprach der Trainer am Dienstag zu Beginn der Trainingseinheit Klartext: „Denn wie die Niederlage in Meerbusch zustande gekommen ist, hat uns schon geärgert.“ Positiv: Nach längeren Pausen sind Max Fells (Muskelfaserriss) und Thorsten Linnemeier (Bänderriss) wieder ins Training eingestiegen, Marvin Meirichs Rotsperre  ist abgelaufen. Negativ: Simon Petri (Mittelfußbruch) fällt weiter aus, Simon Kozany und Marcus Buchen hatten sich gerade erst zurückgemeldet, müssen am Sonntag aber erneut aussetzen.

VfL Jüchen/Garzweiler – Cronenberger SC. Die auf den letzten Platz zurückgefallenen Jüchener müssen in Baris Gürpinar (21) den überraschenden Abgang  einer zuletzt allerdings verletzten Stammkraft hinnehmen. Den Vorgang wollte Coach Michele Fasanelli in der Öffentlichkeit nicht kommentieren, stellte aber klar: „Wer sich in Jüchen menschlich nicht wohlfühlt, der kommt nirgendwo klar.“  Als Beleg dient ihm der harmonische Mannschaftsabend am vergangenen Wochenende in der Düsseldorfer Altstadt: „Wir waren alles in allem 28 Mann – so etwas erlebst du selten.“ Trotzdem, fügt er an, wisse rund um die Stadionstraße natürlich jeder, „was die Stunde geschlagen hat.“ Um dem seit zehn Spielen in Folge unbezwungenen Spitzenreiter, der zuletzt siebenmal hintereinander gewann, ein Bein zu stellen, müsse es in erster Linie vorne laufen, fordert Fasanelli: „Weil wir in der Offensive nicht für Entlastung sorgen, steht die Abwehr ständig unter Druck. Trotzdem lassen wir da nur wenig zu, hätten im Normalfall eigentlich viel mehr Treffer kassieren müssen.“ Die für die Verteidigung zuständigen Jungs sind auch am Sonntag schwer gefordert, beschäftigt Cronenberg in Ercan Aydogmus (12) und Kabiru Hashim Mohammed (9) doch das vielleicht torgefährlichste Angriffsduo der Liga.

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