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Korschenbroich: Lärmaktionsplan geht in zweite Phase

Korschenbroich : Lärmaktionsplan geht in zweite Phase

Planungsexperte Jochen Richard will die Landesstraße 381 leiser machen. Seine Vorschläge reichen von Tempo 30 über Mittelinseln bis hin zum Flüsterasphalt. Langfristig rät Jochen Richard zu einem kompletten Umbau der Straße.

Gemäß der EU-Vorgaben und des Bundes-Immissionsschutzgesetzes stellt die Stadt Korschenbroich derzeit einen Lärmaktionsplan auf. Nachdem die erste Stufe Hauptverkehrsstraße außerhalb von Ballungsräumen mit mehr als 250 000 Einwohnern behandelte, tangiert die zweite Phase nun auch den Raum Korschenbroich. Hier geht es um regionale, nationale und grenzüberschreitende Hauptverkehrsstraßen außerhalb von Ballungsräumen mit mehr als 100 000 Einwohnern. Gemeint sind damit Landes- und Bundesstraßen, die das Stadtgebiet durchqueren, und ein kleines Stück Autobahn. Ebenso wird der Schienenverkehr unter die Lupe genommen. Für eine Hauptverkehrsstraße in Stufe 2 wird eine Frequenz von 8200 Fahrzeugen pro Tag angesetzt, für die Eisenbahnstrecke 30 000 Züge pro Jahr. Da mögliche Maßnahmen den Straßenbau betreffen, tagten der Umweltausschuss sowie der Bau- und Verkehrsausschuss in gemeinsamer Sitzung. Jochen Richard vom beauftragten Planungsbüro Richter-Richard stellte den fortgeschriebenen Lärmaktionsplan vor.

Der Schienenverkehr war schnell erklärt. Voraussichtlich müsse sich die Politik damit in eineinhalb Jahren erneut beschäftigen, sagte Jochen Richard, denn erst dann werde der neue Lärmaktionsplan der Deutschen Bahn erwartet. "Da im Stadtgebiet an dieser Stelle nichts passiert ist, kann jetzt auch noch auf den alten Lärmaktionsplan zurückgegriffen werden", so der Planungsexperte.

Konkrete Vorschläge unterbreitete Jochen Richard den beiden Fachausschüssen bei den betroffenen Straßen L 381 im Bereich Rochus-, Friedrich-Ebert- und Raitz-von-Frentz-Straße sowie bei der B 230.

Für Rochus- und Raitz-von-Frentz-Straße empfahl Jochen Richard unter anderem einen markierten Schutzstreifen für Fahrradfahrer und ein ganztägiges Tempo 30. Querungshilfen und Mittelinseln könnten geschwindigkeitsdämpfend wirken, ein lärmoptimierter Asphalt den Lärm um vier Dezibel (dB) mindern. Dabei sprach Richard nicht vom teuren, offenporigen Asphalt (OPA), sondern vom sogenannten "Düsseldorfer Asphalt". Für die Friedrich-Ebert-Straße sei langfristig ein kompletter Umbau ratsam.

Eine "grüne Welle" über drei Ampeln könnte auf der Bundesstraße 230 das Tempo im fließenden Verkehr auf 35 bis 40 Kilometer pro Stunde drosseln. Kopfzerbrechen bei der Umstellung von Lichtsignalanlagen machen der Stadt allerdings immer die Kosten. Schnell käme es zu Investitionen von bis zu 200 000 Euro, erklärte Fachbereichsleiter Georg Onkelbach.

Straßen.NRW sei als Baulastträger allgemein schwer ins Boot zu holen. "Bisher verwehren sie sich gegen jede kleine Maßnahme", sagte Jochen Richard. Der Landesbetrieb sehe die Richtwerte von 65 dB am Tag und 55 dB in der Nacht als nicht bindend. Die Gerichte würden wiederum stets den Einzelfall betrachten, so Richard. Er riet damit zu mehr Mut für den juristischen Weg.

(NGZ)