Lokalsport: La Facella siegt auf Lieblingsbahn

Lokalsport: La Facella siegt auf Lieblingsbahn

Die vierjährige Stute aus Neuss gewinnt mit Maxim Pecheur auf der Galopprennbahn in der Vahr.

Ob Rennpferde ein Erinnerungsvermögen an gute oder schlechte Erlebnisse in ihrer Karriere haben, das ist zumindest wissenschaftlich nicht bewiesen. Aber es gibt mit Sicherheit Rennbahnen, auf denen Pferde wirklich besonders gern und dann meist auch schnell laufen. Ein solcher Fall scheint die vierjährige Stute La Facella zu sein.

Bei acht Starts im Leben hatte sie einmal gewonnen. Das geschah am 19. Oktober 2014 in Bremen. Am Sonntag ist sie wieder auf der Rennbahn in der Vahr angetreten und hat dort zum zweiten Mal gewonnen. Ihr Trainer Axel Kleinkorres war schon vorher ungewöhnlich optimistisch und das sollte sich bewahrheiten, denn der aus dem Saarland stammende Jockey Maxim Pecheur dirigierte die Stute zu einem klaren Sieg. Dazu wählte er mit ihr die Spur ganz an der Außenseite, denn die war noch einigermaßen unverbraucht. Das Besondere an der Stute sind ihre Besitzer: Es ist die Besitzergemeinschaft "Stall Samt und Seide" aus Krefeld. Kleinkorres: "Die gibt es seit 1977 und immer wurden die Pferde in Krefeld trainiert. Aber es gab eine Zeit von drei Jahren ohne einen Sieg und dann sind sie mehr aus Zufall bei mir gelandet." Mächtig stolz nahmen die Krefelder in Bremen die Ehrenpreise entgegen. Die Ostsee-Rennbahn in Bad Doberan-Heiligendamm könnte das nächste Ziel sein.

Mit einem Neusser Sieg ging es in Bremen bereits los. Allerdings wird die zweijährige Stute American Queen nicht in Neuss, sondern für die Besitzerin Erika Ulbricht im Schlenderhaner Privatquartier vom Franzosen Jean-Pierre Carvalho trainiert. Die Gründe dafür sind vielschichtig, dies hängt auch mit dem Vater der Stute zusammen. Das ist der Schlenderhaner Derbysieger Wiener Walzer - und American Queen ist die erste Siegerin für den noch jungen Deckhengst. Die Mutter von American Queen namens Alia war einst bei Axel Kleinkorres im Training. Es gibt zu American Queen noch zwei jüngere Geschwister.

Begünstigt wurde der Erfolg allerdings durch ein kleines Feld von nur drei Pferden. Der eigentliche Favorit Palace King hatte sich auf dem Transport nach Bremen verletzt. Es war auch das favorisierte Pferd des Trainers Jean-Pierre Carvalho. Erika und Didi Ulbricht war das egal. Mit dem Ehrenpreis und einer Flasche Champagner ging es zurück nach Neuss.

(NGZ)