Jüchen: Kulturbetrieb ist auf Sponsoren angewiesen

Jüchen : Kulturbetrieb ist auf Sponsoren angewiesen

Welcher Nutzen für Firmen hinter Kultursponsoring steckt, zeigte eine Veranstaltung von drei CDU-Mittelstandsvereinigungen auf Dyck.

Dyck Ein winziges Logo unterhalb des Spoilers eines Formel-1-Rennwagens? Keine Sponsoring-Aktion, die Stephan Rahn, Marketing Manager beim Multitechnologiekonzern 3M Neuss, auf Touren bringt. Wofür er sich aber begeistern kann: "Schulsponsoring." Denn über Kontakte zu Schulen und über unterschiedliche Projekte unternehme man aktiv etwas gegen den Mangel an ingenieur- und naturwissenschaftlichem Nachwuchs. Dieses Beispiel stellte Rahn einem Info-Abend auf Schloss Dyck vor.

Auf Schloss Dyck diskutierten mit NGZ-Redakteur Andreas Buchbauer (3.v.l.) Ralf Hoppen, Jens Hartmann, Stephan Rahn und Daniel Pelzer. Foto: Reuter (Archiv),Berns

Wie profitieren Unternehmen vom Sponsoring und warum wird die finanzielle Förderung in Zeiten leerer kommunaler Kassen immer wichtiger? Nur zwei Aspekte, die in der breit gefächerten Veranstaltung erläutert wurden. Dazu hatten die CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigungen (MIT) aus Korschenbroich, Jüchen und Grevenbroich gemeinsam eingeladen.

Der Veranstaltungsort passte perfekt zum Programm: Denn das barocke Wasserschloss Dyck ist selbst ein gelungenes Beispiel für finanzielle Förderung. "Ohne die Stiftung Schloss Dyck und private Gelder hätten es weder die Gemeinde Jüchen noch der Rhein-Kreis Neuss erhalten können", sagte Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens.

Was Sponsoren wie der Mönchengladbacher Ralf Hoppen leisten, das zeigt das Beispiel des Niederrhein Musikfestivals. Auch hier erneut eine Verbindung zu Dyck: "Der Innenhof hat uns vor neun Jahren mit seiner Akustik begeistern", erläuterten die Festival-Organisatorinnen Anette Maiburg und Susanne Gee. Inzwischen gibt es drei Veranstaltungsorte und höhere mediale Aufmerksamkeit für das Festival. Mit ermöglicht haben dies Ralf Hoppen und seine Familie. Sie führen ein mittelständisches Unternehmen in Mönchengladbach, kamen "per Zufall" über den Bühnenbau in Kontakt zum Festival — und blieben dabei. Ob Cello-Musiker im Kleinwagen nach Dyck bringen, Musiker im Laster vom Airport abholen, Hilfe beim Bühnenaufbau oder bei der Buchhaltung — dies sind nur einige Beispiele für das Engagement der Hoppens. Zwar hat sich Ralf Hoppen über den "Deutschen Kulturförderpreis 2009" gefreut, wichtiger ist ihm aber die eigene Begeisterung: "Als Sponsor sollte man mit Herzblut dabei sein."

Dass ohne Geldgeber aus der Wirtschaft und Industrie manche Theatersäle leer, manche Konzertbühnen unbespielt bleiben, das zeigte CDU-Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling auf: "Kultur ist eine freiwillige Leistung. In Zeiten knapper Kassen droht ihr als erster der Rotstift." Deshalb ist er überzeugt: "Sponsoring durch Unternehmen wird eine immer wichtigere Rolle spielen."

Dass es für Firmen unverzichtbar ist, zeigte Daniel Pelzer (NEW) auf: "Dadurch werden wir bekannt, die Menschen finden uns sympathisch und werden eher unsere Kunden" bringt der Marketingexperte die Vorteile auf eine Formel. Besser als jedes Logo.

(NGZ)