Korschenbroich: Kultur ist Grundnahrungsmittel

Korschenbroich : Kultur ist Grundnahrungsmittel

Im Gespräch erklärt Dezernentin Michaele Messmann, warum privates Engagement wichtig für die Kultur in Korschenbroich ist, was die Bürger dieses Jahr noch erwartet – und welche Ideen sie gerne umsetzen würde.

Im Gespräch erklärt Dezernentin Michaele Messmann, warum privates Engagement wichtig für die Kultur in Korschenbroich ist, was die Bürger dieses Jahr noch erwartet — und welche Ideen sie gerne umsetzen würde.

Frau Messmann, wie zufrieden sind Sie als Kulturdezernentin mit dem kulturellen Angebot der Stadt und der finanziellen Unterstützung?

Messmann Natürlich wünscht man sich immer höhere Zuschüsse (lacht). Aber uns gelingt es, jedes Jahr ein gutes Programm aufzustellen. Das liegt insbesondere auch am Engagement vieler Vereine und Privatpersonen. Ohne sie wäre das kulturelle Angebot in der Stadt nicht so vielfältig.

Korschenbroich ist im Stärkungspakt, muss also in den nächsten Jahren noch stärker auf die Ausgaben achten. Befürchten Sie Einschnitte?

Messmann Der Kulturetat ist festgesetzt für die kommenden Jahre. Außerdem erwirtschaften wir zum Beispiel mit unserem Kabarett-Programm ein Plus, das wir in andere Kulturprojekte investieren können.

Warum sollte die Stadt denn gerade in die Kultur investieren?

Messmann Die Kultur gehört zum Leben des Menschen, sie ist eine Art Grundnahrungsmittel. Wir müssen den Menschen, die in dieser Stadt leben, Kultur bieten. Kultur ist zum Beispiel wichtig für die sozialen Kontakte. Sie stärkt die Gemeinschaft.

Was erwartet die Korschenbroicher denn noch in diesem Jahr?

Messmann Unter anderem setzen wir das Kabarett im September mit Ingo Appelt fort. Noch zwei Termine gibt es ebenfalls für das Jazzcafé. Wir nehmen an der Muziek Biennale Niederrhein teil. Im Rahmen des Kultursalons, den wir zusammen mit dem Freundeskreis für Kunst und Kultur organisieren, eröffnen wir Anfang September eine Ausstellung. Wir veranstalten darüber hinaus noch ein Klassikkonzert und eine Ausstellung mit japanischer Kunst.

Ist es eigentlich leicht, die Korschenbroicher für internationale zeitgenössische Kunst zu begeistern?

Messmann Ja, den Eindruck habe ich. Bereits im vergangenen Jahr präsentierten wir eine amerikanische Künstlerin. Die Ausstellung war sehr gut besucht. Ich glaube, die Korschenbroicher sind sehr neugierig und offen.

Wofür interessieren sich die Korschenbroicher denn besonders: Ist es die klassische Musik oder eher die Kunst?

Messmann Sehr gut besucht ist immer das Kabarett, bei dem wir den Schwerpunkt auf das politische Kabarett legen.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Stadt und den privaten Initiativen?

Messmann Sehr gut. Zum Beispiel bringen wir jedes Vierteljahr einen Veranstaltungskalender heraus. Ich versuche, eine Schaltstelle für die privaten Initiativen zu sein und die Termine zu koordinieren. Wir machen ja nicht nur selber Kultur, sondern eine Aufgabe des Amtes ist es auch, Kultur in der Stadt zu ermöglichen und zu unterstützen.

Woher rührt dieses starke private Engagement in der Stadt?

Messmann Ich vermute, das liegt an den intakten Strukturen in der Stadt. Es gibt viele Vereine. Die Menschen kommunizieren viel, sprechen miteinander. Wenn jemand eine gute Idee hat, gelingt es schnell, Menschen zu finden, die ihn unterstützen. Die Wege sind tatsächlich und im übertragenen Sinne kurz in Korschenbroich. Diejenigen, die sich engagieren, werden aber auch fast immer durch die gute Resonanz bestätigt. Das motiviert.

Falls die Zuschüsse irgendwann höher ausfallen, welche Projekte würden Sie dann gerne realisieren?

Messmann Ein Traum von mir wäre es zum Beispiel, eine Reihe mit klassischen Konzerten in Korschenbroich ins Leben zu rufen. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, ein Kino unter freiem Himmel anzubieten, in dem wir gerade nicht die großen und bekannten Blockbuster zeigen.

Wie weit sind Sie denn schon mit den Planungen für das nächste Jahr?

Messmann Sie sind noch nicht ganz abgeschlossen. Das Kabarett-Programm steht allerdings schon. Insbesondere freuen wir uns auf den Internationalen Orgel-Wettbewerb, der nächstes Jahr im März wieder stattfinden wird.

Fabian Eickstädt führte das Gespräch.

(NGZ)
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