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Korschenbroich: Künstler zeigen Schattenspiele

Korschenbroich : Künstler zeigen Schattenspiele

Im Kulturbahnhof ist noch bis 18. November die Ausstellung "Schatten" zu sehen. Dem Thema nähern sich vier Künstler spannend an. Der Betrachter gewinnt einen neuen Blick auf seinen treuen Begleiter – den Schatten.

Im Kulturbahnhof ist noch bis 18. November die Ausstellung "Schatten" zu sehen. Dem Thema nähern sich vier Künstler spannend an. Der Betrachter gewinnt einen neuen Blick auf seinen treuen Begleiter — den Schatten.

Der Schatten ist so gut wie immer da. Böse Zungen könnten behaupten: ein Abfallprodukt jeder Lichtquelle. Doch mit dem Schatten kann man spielen, ihn künstlerisch verfremden, als Quell der Inspiration nutzen. Dadurch wird er selbst spannend, aufregender als das Geschehen im Licht. Ein Kontrast, eine Botschaft, die andere Seite. Das verdeutlicht jetzt eine Ausstellung, die noch bis 18. November im Kulturbahnhof Korschenbroich zu sehen ist. Und sie trägt, natürlich, den ebenso kurzen wie treffenden Titel "Schatten".

Eigentlich sollten bei der Schau zwei Künstler ihre Werke zeigen. Kurzfristig allerdings kamen zwei weitere hinzu — als wären sie kurzerhand aus dem Schatten getreten. Was die vier Künstler eint: der spannende, bisweilen überraschende Umgang mit dem Thema. Charlotte Kons, KiK-Künstlerin mit Atelier auf Zeit in den Gemäuern von Schloss Liedberg, treibt es zum Beispiel mit ihrem Minimalismus auf die Spitze.

Eine weiße Arbeit, in der verschiedene Punkte mit weißen Gummiringen miteinander verbunden wurden, waren der Anfang. Später mussten kleine Nadeln genügen. Das sie anstrahlende Licht wirft kleine Schatten, und manchmal hat Charlotte Kons auch einen hauchzarten Bleistiftstrich als Ersatzschatten gesetzt.

Michi Jansen (27) kommt aus der Schweiz. Er benutzte Schabkarton — einen Karton mit einer Oberfläche aus weißer Kreide — und machte mit schwarzer Tusche eine Schwarzweißmalerei daraus. Jansen erzählt Bildergeschichten, es geht um einen Chef und seinen Diener, der eine trägt den Macht verheißenden Zylinder, den der andere gerne hätte.

Es sind bizarre Szenen in engen Gassen, stimmungsvoll, fesselnd. Und dann ist da noch dieses weiße Tuch, hinter dem zwei Gartenzwerge stehen. Ein Lauflicht scheint den Zwergen Leben einzuhauchen — eine Illusion.

KiK-Künstler Dirk Ritterbach bringt seine Figuren aus Stahl auf verblüffend einfache Weise zum Tanzen: Wenn man die Lampe in Schwingungen versetzt, die die Figuren anstrahlen, kommt für etliche Sekunden Leben in die sonst so starre Gruppe. Glas- und KiK-Künstlerin Jacqueline Glükler hat einen kunstvollen "Wirbel" aus Glas geschaffen, dessen Schatten prägnant ist. Ihre Personengruppe kommt ebenfalls erst durch das Anstrahlen so richtig zur Geltung. Auch dabei gilt, worauf Museumsleiterin Nina Otten in ihrer Einführungsrede hingewiesen hatte: "Der Schatten bedeutet die Erweiterung des Spektrums der Darstellung um mindestens eine Dimension."

(NGZ/rl)