Ringen : KSK zieht Bundesliga-Team zurück

Das Kapitel Ringer-Bundesliga ist Geschichte für den KSK Konkordia Neuss: Mündlich hat Präsident Hermann J. Kahlenberg den Deutschen Ringer-Bund bereits über den Rückzug aus dem Oberhaus informiert. Jetzt soll es einen Neuanfang in der Verbandsliga geben

Der Rhein-Kreis Neuss ist um einen Bundesligisten ärmer: Mündlich hat Hermann J. Kahlenberg den Deutschen Ringer-Bund (DRB) bereits anlässlich der Bundesliga-Tagung am Sonntag in Darmstadt vom Rückzug des KSK Konkordia Neuss aus der Ringer-Bundesliga in Kenntnis gesetzt. Die schriftliche Abmeldung des Bundesliga-Teams, das in der gerade zu Ende gegangenen Saison Platz acht in der Staffel West belegt hatte, will der Präsident des Kraftsportklubs bis Ende der Woche auf den Weg bringen.

Eine Abmeldung mit gravierenden Folgen. Den DRB-Statuten entsprechend muss die Erstvertretung des KSK in der kommenden Saison in der Verbandsliga an den Start gehen (wo sie dann auf den gerade aus der Landesliga aufgestiegenen Lokalrivalen AC Ückerath trifft, der sich vor Jahresfrist freiwillig aus der Oberliga zurückgezogen hatte), auch die Zweitvertretung muss ihren Startplatz in der Oberliga aufgeben. "Wir wollen das als Möglichkeit eines Neuanfangs mit unserer guten Jugendarbeit als Basis nutzen", sagt Kahlenberg ungeachtet der Tatsache, dass er bereits im Oktober vergangenen Jahres seinen Rücktritt als Präsident für Herbst 2012 angekündigt hatte.

Die Gründe für den Rückzug aus dem Oberhaus, dem der KSK 13 Jahre, davon seit 2001 in ununterbrochener Folge angehörte, sind vielschichtig. "Die Konkurrenz kauft uns unsere Ringer weg", sagt Kahlenberg. Zwar hat sich in Hamberd Durdischew (zum AC Köln-Mülheim) erst ein Ringer förmlich abgemeldet, "aber es ist klar, dass die anderen auch gehen, einige auch dann, wenn wir weitergemacht hätten", ist sich der KSK-Präsident sicher.

Wobei es wohl vor allem die Vereine aus dem (finanzstärkeren) Süden sind, die die tatsächlichen oder vermeintlichen Leistungsträger des KSK locken: Samet Dülger liegen Angebote von gleich drei Spitzenklubs vor, selbst Routinier Sergyi Skrypka (36) soll trotz ausgesprochen mäßiger Saisonbilanz beim ASV Nendingen auf der Wunschliste stehen. Kahlenberg weiß, wieso: "Die kaufen sich alle Top-Leute aus dem Ausland, setzen die aber nur in ganz bestimmten Kämpfen ein. Für die anderen Kämpfe holen die unsere Leute, zumal diejenigen, die wie Skrypka oder Dülger einen deutschen Pass haben."

Ein Wettrüsten, bei dem der KSK nicht (mehr) mithalten kann und will: "Die finanzielle Situation für die neue Saison ist noch völlig unklar", gibt Kahlenberg zu, der nun fürchtet, dass "an die Bundesliga-Zugehörigkeit gekoppelte Gelder und Zuschüsse wegfallen." Der Neuanfang in der Verbandsliga sei aber gesichert, "der Gesamtverein steht ja auf wirtschaftlich gesunden Füßen", sagt der Präsident. "Und einen solchen Neuanfang sind wir unseren Kindern und Jugendlichen schuldig. Quantitativ und qualitativ war unsere Nachwuchsarbeit noch nie so gut", ist Kahlenberg überzeugt.

Geleitet werden soll das Projekt vom früheren Junioren-Weltmeister Max Schwindt, seit einer Saison als Trainer für den griechisch-römischen Bereich zuständig. Von Cheftrainer Ayhan Aytemiz wird sich der KSK hingegen trennen. Kahlenberg hofft, dass aus dem aktuellen Kader Mimoun Touba, Mahmut Casuvoglu und Jackson Vaillant Cantero dem KSK auch in der Verbandsliga die Treue halten.

(NGZ/rl)