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KSK Konkordia Neuss verpflichtet Weltmeister Magomedmurad Gadzhiev

Ringen : Den Weltmeister hat der KSK schon sicher

Magomedmurad Gadzhiev holte sich 2021 in Oslo den WM-Titel. Ab September ringt er für Neuss in der 2. Bundesliga. Außerdem hofft die Konkordia auf den Ungarn Dariusz Vitek, frischgebackener U23-Europameister im Schwergewicht.    

Fatih Cinar hat Wort gehalten. Um die Mission „Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga“ voranzutreiben, hatte der Sportliche Leiter des KSK Konkordia Neuss noch einen „Knaller“ versprochen. Gesagt, getan: In der kommenden Saison steigt Magomedmurad Gadzhiev für den ambitionierten Zweitligisten auf die Matte. Der 34 Jahre alte Ringer aus Dagestan hatte 2021 in Oslo für Polen den ersten WM-Titel im freien Stil geholt, als er im Finale der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm den Kirgisen Ernazar Akmataliev mit 2:1 bezwang.

Dass der 2020 vom SV Wacker Burghausen – Ende Februar in den Finals gegen Mainz zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister geworden – zum KSV Witten  gewechselte Topmann in der Nordstadt gelandet ist, hat der KSK auch seiner herausragenden Nachwuchsarbeit zu verdanken. Denn weil der Weltmeister das Konto seines Klubs mit acht Punkten belastet (pro Bundesliga-Kampf sind auf eine zehnköpfige Mannschaft 28 Punkte zu verteilen), „können ihn Erstligisten gar nicht einsetzen“, erklärt Cinar. Die Neusser mit bärenstarken Eigengewächsen wie den Bellscheidt-Brüdern, Deni Nakaev und Ayub Musaev, die alle mit einer -2 in die Wertung kommen, schon. „Wir könnten uns sogar zwei Weltmeister leisten“, sagt Cinar, der mit Gadzhiev in den Gewichtsklassen bis 75, 80 und als Bonus sogar bis 86 Kilogramm plant. Für ihn steht schon jetzt fest: „Ihn besiegt in der 2. Liga keiner.“

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Auch aus Witten, dort im Gegensatz zu Gadzhiev aber regelmäßig zum Einsatz gekommen, den Weg nach Neuss gefunden hat Calvin Stiller (57 und 61 kg). Der amtierende Deutsche Meister der Junioren in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm griechisch-römisch hatte in der abgelaufenen Bundesliga-Saison den Neusser Timo Schaffrinna (61 kg) mit 2:1 bezwungen. Der Türke Furkan Ali Yildiz (57 und 61 kg Freistil) trug in der vergangenen Saison das Trikot des Ligarivalen SV Alemannia Nackenheim und wird ab September zu jedem Kampf des KSK eingeflogen. Cinar: „Damit sind unsere Personalplanungen fast beendet.“                          

Gerne würde er im Schwergewicht auch Dariusz Vitek am Rhein halten – diesmal allerdings mit der verbindlichen Zusage des Verbandes, tatsächlich für alle sechs Kämpfe zur Verfügung zu stehen. „Er ist offiziell ja noch Ringer des KSK Konkordia Neuss und würde auch sehr gerne weiter für uns ringen“, weiß Cinar. Wie stark der Ungar ist,  hat er gerade erst bei den noch laufenden U23-Europameisterschaften im bulgarischen Plovdiv unter Beweis gestellt: Im Finale der Gewichtsklasse bis 130 Kilogramm griechisch römisch setzte er sich gegen den Türken Fatih Bozkurt durch. Ausgeschieden ist dagegen sein junger Vereinskollege Deni Nakaev (77 kg). In der Qualifikationsrunde benötigte der 19-Jährige gegen Rasmus Aaström aus Schweden bei einer 9:0-Führung nicht mal die volle Kampfzeit, im Viertelfinale hatte er jedoch gegen Aleksa Ilic mit 1:3 Punkten das Nachsehen. Und da der Serbe im Halbfinale dem späteren Europameister Khasay Hasanli (Aserbaidschan) unterlag, war dem Neusser auch der Weg verbaut, über die Hoffnungsrunde doch noch um Bronze kämpfen zu können. Cinar: „Schade, er lag im Viertelfinale mit 1:0 vorne, wurde dann aber von seinem Gegner durchgedreht.“ In Ayub Musaev tritt in Plovdiv noch ein dritter Ringer des KSK Konkordia an. Der 20-Jährige ist international für Belgien aktiv und trifft in der Qualifikationsrunde der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm Freistil zunächst auf Karoly Kiss aus Ungarn.

Derweil bildet sich Samuel Bellscheidt (72 kg), erst vor kurzem zum „Ringer des Jahres“ in Nordrhein-Westfalen gekürt, schon seit anderthalb Wochen beim internationalen Lehrgang griechisch-römisch des Deutschen Ringer-Bundes im ungarischen Tata fort. Dort ist der Neusser unter den Trainern Michael Böh und Patric Nuding ebenso wie die ebenfalls eingeladenen Fabian Schmitt (55 kg), Abdolmohammad Papi (60 kg), Etienne Kinsinger (63 kg), Witalis Lazovski (67 kg), Pascal Eisele (77 kg), Roland Schwarz (82 kg), Hannes Wagner (87 kg), Ramsin Azizsir (97 kg) und Franz Richter (130 kg) noch bis Sonntag gefordert. Darum fehlt der 20-Jährige, dessen Ziel die Olympischen Spiele 2024 in Paris sind, auch am Samstag bei den Landesmeisterschaften in der Neusser Elmar-Frings-Sporthalle.