Ringer-Bundesliga KSK Konkordia Neuss ist schon am Ziel, aber noch topmotviert

Neuss · Der Ringer-Bundesligist aus Neuss tritt auch beim ebenfalls schon für die Endrunde qualifizierten KSV Köllerbach mit der bestmöglichen Mannschaft an.

 Könnte auch in Köllerbach für Neuss ringen: Gegen Urloffen feierte Emre Sahin (r.) einen 16:1-Erfolg über Justin Federer.

Könnte auch in Köllerbach für Neuss ringen: Gegen Urloffen feierte Emre Sahin (r.) einen 16:1-Erfolg über Justin Federer.

Foto: Michael Ritters

Eigentlich könnten sich die Bundesliga-Ringer des KSK Konkordia Neuss bis zum Beginn der Play-offs am 23. Dezember bequem zurücklehnen. „Denn mit dem Klassenerhalt haben wir unser Saisonziel schon erreicht“, stellt der 2. Vorsitzende Fatih Cinar noch einmal klar. „Die Play-offs sind nur ein Traum gewesen.“ Damit könnte sich der Aufsteiger den Luxus leisten, am Samstag (19.30 Uhr) beim KSV Köllerbach mit einer ambitionierten B-Mannschaft in der Püttlinger Kyllberghalle anzutreten. Denn weil im DM-Viertelfinale nur die Erstplatzierten der Gruppen Ost und West gesetzt sind, würde den Neussern auch ein besserer Tabellenplatz gar nichts mehr bringen.

Auf einige seiner starken Jungs aus dem befreundeten Ausland zu verzichten, würde dem finanziell nicht unbedingt auf Rosen gebetteten Verein sogar helfen. „Wir haben keine Schulden, müssen aber jeden Cent zweimal umdrehen“, sagt Cinar, der seine Ohren in der Liga immer auf Empfang geschaltet hat. „Da gibt es Konkurrenten, die sagen, ohne Hermann J. Kahlenberg ist der KSK nächstes Jahr tot.“ Doch mit diesen und ähnlichen Horrorszenarie kann Cinar verständlicherweise gar nichts anfangen. Allen selbsternannten Totengräbern hält er selbstbewusst entgegen: „Wir sind nicht mit Glück da oben reingerutscht. Wir haben mit dem kleinsten Kader und dem kleinsten Etat gezeigt, was man mit viel Arbeit und großem Sachverstand erreichen kann. Auch wenn das am Ende mit einer Menge Stress verbunden ist.“

Und genau deshalb kommt es für ihn überhaupt nicht in die Tüte, den Kampf in Köllerbach zu einer Ausflugsfahrt zu erklären. „Wir treten da mit einer guten Mannschaft an. Ich sage nicht, dass wir Köllerbach schlagen, aber möglich wäre das schon.“ Für ihn steht Vasile Diacon stellvertretend für die Philosophie im Klub: „Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Ringern. Darum sagen wir jetzt nicht, wir brauchen Euch im Moment nicht, Ihr könnt zu Hause bleiben.“ Der in dieser Saison wie schon im Aufstiegsjahr überragende Moldawier ist in Köllerbach sicher dabei – und ist schon jetzt für die darauffolgenden Kämpfe gegen Mainz und Heilbronn gebucht. Im von den Neussern mit 8:19 verlorenen Hinkampf hatte er den bereits 43 Jahre Lenze zählenden Altmeister Andriy Shyyka mit 8:0 bezwungen. Ebenfalls mit ins Saarland reisen Samuel Bellscheidt und Deni Nakaev. Ursprünglich hatten die Sportsoldaten Deutschland in dieser Woche bei den Militärweltmeisterschaften in Aserbaidschan vertreten sollen. Da in der Hauptstadt Baku aber die Ringer aus Russland und Belarus wieder unter den Flaggen ihrer in einen Angriffskrieg mit der Ukraine verstrickten Heimatländer antreten dürfen, hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sein Veto eingelegt.

Aus der Aufstellung des für den KSK am Samstagabend tätigen Teams will Cinar gar kein Geheimnis machen. „Von mir aus können die Köllerbacher unsere Wiegeliste schon vorher haben“, sagt er. Bereits jetzt im Blick hat er den letzten Heimauftritt der Neusser vor der Endrunde am 16. Dezember gegen den Tabellenführer Red Devils Heilbronn. Sein großer Wunsch: „Eine volle Tribüne. Hätten wir in der Saison 6x400 Zuschauer in der Stadionhalle, würde uns das absolut reichen.“

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