Ringen KSK fehlt nur noch ein Sieg zum Aufstieg

Neuss · Nach dem klaren 29:6-Erfolg über den RC CWS Düren-Merken stehen die Ringer des KSK Konkordia Neuss dicht vor der Rückkehr in die Erste Bundesliga. Im Duell mit den Gästen aus Düren gewinnt der Spitzenreiter acht der zehn Kämpfe.  

 Lockerungsübungen: KSK-Trainer Erich Marjalke (r.) mit Aaron Bellscheidt in der Pause des Kampfes in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm.

Lockerungsübungen: KSK-Trainer Erich Marjalke (r.) mit Aaron Bellscheidt in der Pause des Kampfes in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm.

Foto: Wolfgang Walter

Selbst Verfolger RC CWS Düren-Merken mit 29:6 abgefertigt, dazu die überraschende 15:16-Niederlage des noch ungeschlagen durch die Hinrunde marschierten AC Heusweiler im Saarland-Derby beim ASV Hüttigweiler – für Tabellenführer KSK Konkordia Neuss müsste es in der 2. Ringer-Bundesliga schon mit dem Teufel zugehen, wenn das noch schiefgehen würde mit der Rückkehr ins Oberhaus. Von den drei noch ausstehenden Kämpfen in Lübtheen und Hüttigweiler sowie vor heimischer Kulisse gegen Schlusslicht Essen-Dellwig müssen Deni Nakaev & Co. nämlich nur einen gewinnen, um zumindest den zum Aufstieg berechtigenden zweiten Rang abzusichern.

Das sollte machbar sein, zumal sich die Konkurrenz aktuell nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wie vor zwei Wochen schon der AC Heusweiler waren auch die Gäste vom Nordrand der Eifel keineswegs in Bestformation angereist, hatten die Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm (gegen Samuel Bellscheidt) gar nicht und das Schwergewicht (130 kg) mit ihrem nur bedingt einsatzfähigen Trainer Daniel Anderson (Jahrgang 1984) besetzt. Das bescherte dem sogar noch zehn Jahre älteren Jackson Vaillant-Cantero nach nur 61 Sekunden Kampfzeit tatsächlich noch mal einen technisch-überlegenen Punktsieg (16:0). Überhaupt ging das auf der Matte bis zur Pause ratzfatz: Nach lediglich 23 Minuten Action lag der Spitzenreiter mit 14:4 vorne. Für die Gäste punktete direkt zu Beginn nur Zurab Matcharashvili (57 kg) gegen den als Vertreter für den gesundheitlich angeschlagenen Calvin Stiller und mit Übergewicht angetretenen Jugendlichen Alexander Müller (Jahrgang 2007). Die volle Miete von vier Punkten brachten für die Gastgeber Simone Piroddu (61 kg) mit seinem technisch überlegenen Punktsieg (16:0 in 1:43 Minute) über Muhammed Mustafayev und Mairbek Salimov ein. Das international für Polen ringende Eigengewächs des KSK legte in der dritten Kampfminute bei einer 10:0-Führung im Moldawier Alexandru Biciu immerhin den Zweiten der U23-WM von 2018 aufs Kreuz.

„Mister Zuverlässig“ Julian Lejkin (98 kg) trotzte Nick Jacobs mit seinem 7:0-Erfolg zwei Punkte fürs Mannschaftsergebnis ab. Auch im für ihn ungewohnten freien Stil unterstrich nach der Pause Deni Nakaev seine Extraklasse: Für den privat unabkömmlichen Magomedmurad Gadzhiev in die Gewichtsklasse bis 86 Kilogramm aufgerückt, benötigte er nur 2:50 Minuten, um Musa Sulejmanov technisch überlegen mit 16:0 zum Duschen zu schicken. Im Anschluss fühlte sich Arslanbek Salimov (71 kg) bei seinem Ausflug ins Freistilringen gegen Sultan-Hussain Sulemani von Kampfrichter Christoph Krumrey (RSV Stendal) wohl zu Recht um den Lohn seiner Bemühungen gebracht. Die umstrittene 1:5-Niederlage brachte ihn um 210 Euro mehr im Portemonnaie und den KSK um einen Punkt.

Wirklich zu grämen wusste das in der Stadionhalle allerdings niemanden. Für gute Stimmung sorgten zum Abschluss in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm Aaron Bellscheidt (GR) mit seinem 13:0-Erfolg über den sehr passiven Can Özgün und Vasile Diacon (F), dem gegen den schlaksigen Shamil Sulejmanov nach genau 60 Sekunden ein Schultersieg gelang. Den am Ende deutlichen Mannschaftserfolg der Hausherren hatte der Sportliche Leiter Fatih Cinar schon an der Waage beim Blick auf die Aufstellung des Kontrahenten vorausgesagt. „Da kann nichts anbrennen.“ Wesentlich härter dürfte es für die Neusser am Samstag in der Hans-Oldag-Halle des auf Rang zwei aufgerückten RV Lübtheen werden.

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