Ringen: KSK erwartet Weltklasse im Zweierpack

Ringen : KSK erwartet Weltklasse im Zweierpack

Ringer-Bundesligist KSK Konkordia Neuss wartet weiter auf den zweiten Saisonsieg. Ob der dem Kraftsportklub an diesem verlängerten Wochenende gelingt, erscheint allerdings eher fraglich, denn der Kampfplan beschert ihnen morgen (19.30 Uhr) und am Montag (15 Uhr) zwei Hochkaräter der Gruppe West im Doppelpack.

Zunächst den KSV Köllerbach, Deutscher Mannschaftsmeister der Jahre 2007 bis 2009, der sich nach zwei Auftaktschlappen keinen weiteren Ausrutscher leisten darf, um nicht die Play-off-Runde zu verpassen, dann den amtierenden Titelträger SV Germania Weingarten, der sich am vergangenen Wochenende mit dem 19:24 beim ASV Mainz die erste Saisonniederlage einhandelte.

Weil die Neusser gegen Mainz mit 15:20 den Kürzeren zogen, schlussfolgert Hermann J. Kahlenberg: "Wenn wir überhaupt eine Chance haben, zu punkten, dann eher am Montag gegen Weingarten." Großen Illusionen gibt sich der KSK-Präsident freilich nicht hin: "Die beiden zusammen sind so ziemlich das Beste, was man in der Bundesliga zu sehen kriegt."

Morgen versprechen drei Kämpfe das Prädikat "außergewöhnlich": 66 Kilogramm griechisch-römischer Stil: Samet Dülger trifft auf Martin Daum. Beide sind die "Kronprinzen" hinter dem in dieser Gewichtsklasse national führenden Saba Bolaghi (Mömbris), beide hoffen nach dessen schwachem WM-Abschneiden auf eine Wachablösung im Hinblick auf die Olympia-Qualifikationsturniere. Da dürfte es morgen Abend um mehr als nur die Mannschaftspunkte gehen.

74 Kilogramm Freistil: Bisher hat KSK-Neuzugang Saba Khubezhty alle Gegner in der Bundesliga souverän von der Matte geräumt. Doch morgen trifft der Russe auf den härtesten Prüfstein — der mehrfache Deutsche Meister Andrij Shyyka belegte vor zwei Wochen bei der für den Deutschen Ringerbund so enttäuschend verlaufenen WM in Istanbul Platz zehn. 84 Kilogramm griechisch-römischer Stil: Der Schwede Lennie Persson trifft im zweiten Kampf für den KSK auf den EM-Fünften Jan Fischer.

Offen ist noch, ob die Gäste den im Frühjahr von Neuss nach Köllerbach gewechselten Björn Holk im Superschwergewicht einsetzen werden. Der trainiert weiterhin zumindest gelegentlich in Neuss, doch in dieser Woche wies ihm sein früherer Teamkollege und jetzige KSK-Trainer Max Schwindt die Tür: "Vollkommen zu Recht, das gehört sich nicht", findet Kahlenberg. Wollen die Köllerbacher die Brisanz aus der Geschichte nehmen, schicken sie stattdessen den Esten Heiko Nabi in der Klasse bis 120 Kilogramm auf die Matte.

Dort werden auch am Montag Dülger und Khubezhty im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Der eine trifft auf den Bulgaren Anatoli Guidea, aktueller EM-Dritter und Vize-Weltmeister von 2007, Khubezhty bekommt es mit dessen Landsmann, dem aktuellen EM-Zweiten Leonid Bazan, zu tun. Da gibt es Weltklasse in der Stadionhalle — zumindest auf der Matte.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE