Ringen : KSK bleibt in der Bundesliga

Mit ausgedünntem Kader, aber mit Olympiahoffnung Samet Dülger wird der KSK Konkordia Neuss in die neue Saison der Ringer-Bundesliga gehen. Dagegen verließen William Harth und Yashar Jamali den Verein.

Der Ausverkauf im Spitzensport des Rhein-Kreises Neuss geht weiter: Ohne vier Leistungsträger der vergangenen Saison muss der KSK Konkordia Neuss in der am 20. August startenden Ringer-Bundesliga auskommen. Dennoch atmet Hermann J. Kahlenberg auf: Samet Dülger, heiß umworbener Klassemann im Freistil bis 66 Kilogramm und Anwärter auf eine Olympiafahrkarte, bleibt den Neussern erhalten.

Der "Star" im Team des Kraftsportklubs hatte dessen Vorsitzendem zuletzt schlaflose Nächte bereitet: Die finanzstärkere Konkurrenz aus dem Süden hatte heftig um den zweifachen Deutschen Meister gebuhlt (die NGZ berichtete). Inzwischen hat der 22-Jährige seine Lizenz für die neue Saison unterschrieben. "Zwei private Gönner", sagt Kahlenberg, haben dem notorisch klammen KSK finanziell unter die Arme gegriffen, um den Nationalmannschaftsringer halten zu können. Außerdem hofft der KSK-Vorsitzende noch auf weitere finanzielle Unterstützung bis zum Saisonbeginn am 20. August.

"Nach der Zusage von Samet war klar, dass wir weiter in der Bundesliga ringen werden", sagt Kahlenberg, der zwischenzeitlich über einen Rückzug nachgedacht hatte. Das ungeachtet der Tatsache, dass die Neusser gleich auf vier Stammkräfte der vergangenen Saison verzichten müssen.

Bei einem hat das freilich keine finanziellen Gründe: Max Schwindt, inzwischen 32 Jahre alter ehemaliger Junioren-Weltmeister, zieht einen Schlussstrich unter seine zwei Jahrzehnte währende, zuletzt jedoch mehr durch Verletzungen als Erfolge geprägte Laufbahn auf der Matte. Doch der viermalige Deutsche Meister und EM-Vierte bleibt dem KSK erhalten: Er tritt in die Fußstapfen seines Vaters Leo und wird künftig Trainer für den griechisch-römischen Stil. Sein Debüt feiert er am Wochenende, wenn er Gökalp Sel bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Nieder-Liebersbach betreut.

Zwei der drei weiteren Abgänge haben finanzielle Gründe: William Harth schließt sich nach einem Jahr im KSK-Trikot dem TKSV Bonn-Duisdorf an, zu dem bereits vor Jahresfrist sein Bruder Georg wechselte, Eduarnis Tellez-Zamora, Kubaner mit schwedischem Pass, zieht es zum ASV Nendingen. Dass Yaschar Jamali nach einem Jahr wieder zu seinem Stammverein TV Aachen-Walheim zurückkehrt, ist hingegen rein sportlich bedingt: "Er schafft nicht mehr das Gewicht für die 60-Kilogrammklasse", weiß Kahlenberg, die nächsthöhere ist beim KSK im Freistil jedoch an Samet Dülger vergeben. "Wir werden die Lücken schließen und wieder eine gute Rolle in der Liga spielen", verspricht Kahlenberg, "leider ist damit unser Konzept, vornehmlich auf Ringer aus der Region zu setzen, nicht mehr durchzuhalten."

(NGZ)
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