KSB Neuss: Siggi Willecke macht Platz für die jüngere Generation

Mitgliederversammlung: „Siggi“ macht Platz für die jüngere Generation

Im Mittelpunkt der 44. Mitgliederversammlung des Kreissportbundes Neuss stand die Verabschiedung von Geschäftsführer Siegfried Willecke in den Ruhestand.

Als gebürtiger Sauerländer ruht Siegfried Willecke, den alle liebevoll nur „Siggi“ rufen, in sich selbst. Doch als der Vorsitzende Hermann-Josef Baaken am Mittwoch um genau 21.19 Uhr die 44. Mitgliederversammlung des Sportbundes Rhein-Kreis Neuss (KSB) beendet hatte, kam der in anderthalb Wochen 63-Jährige doch ins Grübeln. Er erinnerte sich daran, wie ihm der am 26. März 2017 verstorbene, aber natürlich unvergessene Karl Bongers 1988 den Geschäftsführerposten beim Neusser Schwimmverein antrug. „Damals war ich Anfang 30 und gehörte noch zu den ganz jungen Funktionären.“

1999 folgte er Bongers als Vorsitzender des NSV – ein Ehrenamt, das er so lange auszufüllen gedenkt, „wie man mich da haben will.“ Dem KSB Neuss steht er dagegen nur noch bis zum 30. März als hauptamtlicher Geschäftsführer zur Verfügung. Ab dem 1. April ist er mit dann 63 Jahren offiziell Rentner, überlasst den so arbeits- und zeitintensiven Job seinem Nachfolger Dominik Steiner. Der ist erst 35 und stehe, so Baaken, auch für einen Generationswechsel. „Mit ihm wollen wir die anstehenden Herausforderungen der Sportentwicklung anpacken.“ Und die sind immens, wie Dieter Welsink, Präsident der Stiftung Sport, und Peter Wastl, Präsident des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein, in zwei knackigen Kurzreferaten unterstrichen. Ihr Credo: Ohne Spitzensport kein Breitensport – und ohne Breitensport kein Spitzensport. Darum seien Programme wie „1000x1000 – Anerkennung für den Sportverein“, mit denen der Landessportbund Maßnahmen in den Bereichen Jugend (Schule, Kitas), Senioren und Integration/Inklusion fördert, ungemein wichtig, findet Baaken. „Mehr als zehn Prozent der fast 350 Vereine im Kreis wurden 2018 durch dieses Programm gefördert. Damit sind insgesamt 66.000 Euro in die Städte und Gemeinden des Rhein-Kreises geflossen.“ Rund ein Drittel der Fördersumme kam Schule und Ganztag zugute. Baaken: „Das zeigt, welche Bedeutung dieses Thema für die Sportvereine gewonnen hat.“ Maßnahmen in diesem Bereich sind etwa sportspezifische AG’s in den Sportarten Basketball, Floorball oder Mädchenfußball. Angebote wie intensives Herz-Kreislauf-Training oder Herzsportgruppen gehörten zur Kategorie Sport der Älteren/Gesundheitssport  und generierten ein weiteres Drittel der Fördersumme. Mehr zur neuen Ausschreibung für das laufende Jahr gibt es unter: „www.lsb.nrw/service/foerderungen-zuschuss/foerderprogramm-1000x1000“.

Eine Thematik, die auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, wie Willecke Jahrgang 1956, nicht fremd ist. Darum baut der 62-Jährige vor, legt einmal im Jahr die Prüfung zum Deutschen Sportabzeichen ab – und das ohne großes  Brimborium, „denn wer viel überlegt, verliert auch viel Zeit ...“ Also erfüllte er seine Pflicht bereits am 9. Januar – und um im vergnüglichen Wettstreit mit Hermann-Josef Baaken auf jeden Fall die Nase vorne zu haben, bringt er fürs nächste Jahr sogar die Silvesternacht ins Spiel. An Willecke bewundert Petrauschke, „dass er selbst im Winter draußen schwimmen geht“, fügt dann aber schmunzelnd hinzu: „Gut, es sind auch 34 Grad in dem Becken!“

Der gute „Siggi“, den Baaken für seine treuen Dienste in den vergangenen 23 Jahren mit der Ehrenmitgliedschaft im KSB adelte, lässt es nach seinen gesundheitlichen Problemen vor zwei Jahren freilich etwas ruhiger angehen. „Der Schuss vor den Bug“ habe ihm gezeigt, dass er noch sorgsamer mit sich und seiner Familie umgehen müsse.

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