Jüchen : Kruzifix in Wallrath zerstört

Die Jesus-Figur abgerissen, das Holz zerstört: Erneut ist der Fußfall zwischen Wallrath und Stessen beschädigt. Die Anwohner hatten ihn zum Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" hergerichtet – jetzt müssen sie wieder renovieren.

Gerade erst restauriert und schon wieder zerstört: Unbekannte haben am Fußfall zwischen Wallrath und Stessen eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Der Körper der Jesusfigur aus Zinn und Bronze wurde halb abgetrennt, das hölzerne Kreuz beschädigt. Helmut Wittig, Vorsitzender der 225 Menschen zählenden Dorfgemeinschaft, ist verärgert und auch enttäuscht: "Erst vor wenigen Monaten haben wir Anlage, die Bank, das Kreuz und die Jesus-Figur neu gestaltet. Über tausend Euro wurden investiert, die Zeit der freiwilligen Helfer nicht mitgerechnet. Und jetzt wurde all' diese Mühe einfach zunichtegemacht." Wittig (59) hat gestern Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt; die Polizei ermittelt.

Polizei-Sprecher Hans-Willi Arnold hat keine anderen aktuellen Zerstörungen in Wallrath recherchiert. Helmut Wittig kann sich allerdings an ähnliche Vorfälle erinnern: "2005 war das Wegkreuz an der Rosskastanienbank beschädigt worden; vor zwei Jahren wurde die Jesusfigur an der Fußbank beschädigt." Bei beiden Taten sei der Körper der Jesus-Figur zerstört worden: "Vielleicht haben der oder die Täter ihn als Trophäe mitgenommen", vermutet der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft. Er und seine Nachbarn können nur vermuten, was die Unbekannten zu dieser Zerstörung getrieben hat: "Vielleicht waren es unbedachte Taten unter Alkoholeinfluss."

Schwierig werden die Ermittlungen jetzt auch für die Polizei. "Die Tat ist jetzt erst bemerkt worden, hat sich aber bereits vor einigen Wochen ereignet. Sollte es Spuren gegeben haben, kann man sie jetzt nicht mehr finden", gibt Hans-Willi Arnold zu bedenken. Er rechnet sich wenig Chancen aus, die Täter zu finden – es sei denn, jemand würde sich freiwillig melden.

Um den Fußfall wieder instand zusetzen, rechnet Helmut Wittig mit Kosten zwischen 500 und tausend Euro. "Das Geld wird uns für andere Projekte fehlen." Deshalb hoffen beide Vereine auf Spender.

Zudem wollen sich die Wallrather aufmerksamer um ihr kleines Dorf kümmern. Die Vorstände von Dorfgemeinschaft und Geselligkeitsverein haben die Wallrather und die Einwohner der umliegenden Orte aufgerufen, künftig wachsam zu sein. – Eine gute Idee unterstreicht der Polizeisprecher: "Dies ist die einzige Chance, um Vandalismus zu vermeiden."

(NGZ)
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