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Korschenbroich: Krimi-Autor aus Korschenbroich

Korschenbroich : Krimi-Autor aus Korschenbroich

Peter Godazgar wurde in Korschenbroich geboren und wuchs in Hückelhoven auf. Heute ist er Lokalredakteur in Sachsen-Anhalt und schreibt außerdem Krimis. Für das Festival "Criminale" kehrt er in die alte Heimat zurück.

Das Krimifestival "Criminale" feiert sein Jubiläum am Niederrhein — mit dabei ist auch ein Autor, der aus Korschenbroich stammt. Peter Godazgar (43) lässt in seinen Romanen den trotteligen Detektiv Markus Waldo ermitteln. Er lebt inzwischen in Halle an der Saale, trotzdem ist das Festival für ihn ein Heimspiel: In Korschenbroich und in Hückelhoven, wo er aufgewachsen ist, wohnen noch viele Verwandte. An diesem Wochenende ist er für den 90. Geburtstag einer Großtante in Korschenbroich. Für die Criminale hat er auch einen blutrünstigen, aber nicht ganz ernst gemeinten Krimi an den Niederrhein gelegt.

Godazgar ist der Sohn der Korschenbroicherin Rosemarie Kronen, geborene Hintzen. Er kam in Korschenbroich zur Welt, wuchs dann in der Nähe in Hückelhoven auf. Zum Studium ging er nach Aachen, über Umwege landete er in Halle (Sachsen-Anhalt). "Ich bin zum Aufbau Ost in die neuen Bundesländer gegangen", sagt er scherzhaft. Seit vielen Jahren arbeitet er als Lokalredakteur bei der Mitteldeutschen Zeitung — und hat daneben seine Leidenschaft für Krimis entdeckt.

"Den ersten Krimi habe ich im Zug zur Arbeit geschrieben", erzählt er. "Auch als Entspannung vom journalistischen Schreiben." Die beiden anderen Fälle seines Ermittlers, der nicht ganz zufällig aus dem Rheinland stammt, verfasste Godazgar, der drei Kinder hat, in der Elternzeit. Derzeit schreibt er an einer Beziehungskomödie, die in einer nicht genannten Stadt spielt. "Das könnte Berlin, Düsseldorf oder Korschenbroich sein."

Für die Criminale im Mai, ein großes Treffen von Krimiautoren mit vielen Lesungen, von denen einige auch in Korschenbroich stattfinden, schrieb er einen Kurzkrimi, der in Hückelhoven spielt. "Ich hatte die Geschichte sofort fertig im Kopf", sagt er. Es geht um einen Kleinkriminellen, der nach dem Abi nach Berlin abhaut und es sich mit einem Gangsterclan verscherzt. Deshalb kehrt er zurück in die alte Heimat und wundert sich, was sich alles verändert hat. "Da steckt auch ein bisschen was von mir drin", sagt Godazgar. Den Showdown hat er vor das Hückelhovener Rathaus gelegt — mehrere Großgangster treffen aufeinander, es gibt 24 Tote. "In keiner anderen Criminale-Geschichte sterben mehr Menschen", sagt Godazgar, der seine Geschichten als "Comedy-Krimis" bezeichnet, lächelnd.

Godazgar freut sich darauf, für das Festival am Niederrhein wiederzukommen und viele andere der etwa 260 teilnehmenden Autoren zu treffen. Man kennt sich untereinander. "Krimis erzählen aus dem prallen Leben", sagt er. Und so seien auch die Verfasser der Geschichten. "Krimiautoren stehen mitten im Leben."

(NGZ)