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Grundschule steht vor einer sicheren Zukunft: „Kreuze werden nicht abgehängt“

Grundschule steht vor einer sicheren Zukunft : „Kreuze werden nicht abgehängt“

Von Carsten Sommerfeld Auch an der katholischen Grundschule Liedberg ist der Weg für die Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule vorbereitet, 53 von 85 Eltern haben sich bislang für die Einleitung des Verfahrens ausgesprochen. Im kommenden Frühjahr sollen sie über den Schritt abstimmen.

Von Carsten Sommerfeld Auch an der katholischen Grundschule Liedberg ist der Weg für die Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule vorbereitet, 53 von 85 Eltern haben sich bislang für die Einleitung des Verfahrens ausgesprochen. Im kommenden Frühjahr sollen sie über den Schritt abstimmen.

"Die Grundschule in Liedberg steht vor einer sicheren Zukunft." Das erklärten am Donnerstag Schulleitung und Vertretung der Schulpflegschaft einhellig gegenüber der NGZ. "Es ist unverständlich, dass behauptet wird, Eltern verschleppten die Entscheidung über die Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule", sagt Andreas Tschepe von der Schulpflegschaft. Dieser Vorwurf war beim Frühschoppen der Liedberger CDU zu hören (NGZ berichtete). "Solche Äußerungen schaden der Schule", meint Dietmar Ibach, ebenfalls Mitglied der Schulpflegschaft. "Wir haben das Thema voran getrieben, die Eltern eingeladen, für die Umwandlung geworben. Außerdem sprechen wir jetzt Eltern einzeln an." Laut Ibach und der Vorsitzenden Christel Betag stehen auch falsche, zu niedrige Zahlen im Raum: Die Eltern von immerhin 53 der 85 Kinder der Schule hätten bereits die Einleitung des Verfahrens zur Umwandlung beantragt. Nötig sind elf Anträge.

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Und die Zahl der bisherigen Anträge entspreche schon fast der bei der Abstimmung im Frühjahr notwendigen Elternzahl (vermutlich 56, siehe Infokasten). Für sechs Grundschulen im Stadtgebiet gibt es Anträge für eine solche Umwandlung, an allen wurde die nötige Zahl für die Einleitung bereits erreicht. Anlass ist die Bitte der Schulaufsicht beim Kreis, ein altes Gesetz aus den 50er Jahren zu berücksichtigen: "Das Landesverfassungsrecht sieht vor, dass katholische Schulen nur katholische Kinder aufnehmen oder Kinder anderer oder ohne Religionszugehörigkeit, wenn die Erziehungsberechtigten ausdrücklich erklären, dass ihre Kinder im katholischen Bekenntnis erzogen werden", begründet Schulrätin Ursula Schreurs-Dewies. Evangelischen Religionsunterricht soll es künftig an Korschenbroicher katholischen Schulen nicht mehr geben.

Die Folgen: Evangelische Kinder haben unter Umständen längere Schulwege, sind benachteiligt. Freundschaften werden auseinander gerissen. Überdies könnte sogar der Bestand von Klassen oder von katholischen Schulen gefährdet sein, wenn hauptsächlich nur katholische Kinder aufgenommen werden. Die Umwandlung in Gemeinschaftsgrundschulen ist aber laut Schreurs-Dewies von der Schulaufsicht nicht initiiert, "Das ist eine Entscheidung der Eltern." Doch dieser Schritt ist eine Konsequenz, um weiter eine ortsnahe Versorgung sicherzustellen. "Eine Umwandlung bedeutet nicht, dass die Vermittlung christlicher Werte unter den Tisch fallt, diese kann vielmehr im Schulprogramm verankert werden. Und die Kreuze werden nicht abgehängt", macht Schulleiterin Martina Kaiser deutlich. "Bliebe unsere Schule als katholische Grundschule bestehen, würde ein ,Schüler-Tourismus' drohen. Evangelische Kinder müssten etwa nach Glehn zur Schule fahren", so Kaiser.

"Wir wollen nicht, dass unsere Kinder, die in der Spielgruppe und im Kindergarten zusammen sind, in der Grundschule auseinander gerissen werden", erklärt Ibach. Bereits im Frühjahr hatten sich Stadt, Schullleitungen sowie katholische und evangelische Pfarrer in einem Schreiben "zur Erhaltung der guten Schulsituation" für die Umwandlung von Schulen ausgesprochen. Bleibt die einzügige Liedberger Schule aber katholisch, dann könnte die Gefahr bestehen, dass die Zahl der Anmeldungen künftig unter die erforderliche Klassenstärke fällt. Angesichts der Antragszahl sind Schulleiterin und Vertreter der Schulpflegschaft überzeugt, dass die Umwandlung gelingt. In eine sichere Zukunft zeigen auch die Anmeldungen - rund 20 - für 2005. Außerdem plant die Schule dann die Einführung der flexiblen Schuleingangsphase, in der Schüler in ein bis drei Jahren den Stoff der ersten beiden Schuljahre lernen. "Mit 20 Erst- und 23- Zweitklässlern könnten wir satt zwei Gruppen bilden", so Kaiser.

(NGZ)