Kreishallenmeisterschaft: Jörg Ferber peilt Titel-Hattrick an.

Hallenkreismeisterschaft : Jörg Ferber ist fast schon eine lebende Legende in der Halle

Der Interimstrainer des SC Kapellen ist ein absoluter Fachmann.

Zugegeben: Der Begriff „Mr. Kreishallenmeisterschaft“ klingt nicht wirklich sexy. Doch allzu weit von dem, was Jörg Ferber ist, dürfte die Bezeichnung dann doch nicht abweichen. Zwar verbrachte der ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach die meiste Zeit seiner Spielerkarriere nicht im Rhein-Kreis, konnte mit dem VfR Neuss Ende der 90er-Jahre den Pokal dennoch zweimal gewinnen. Als Trainer war er im neuen Jahrtausend auch schon zweimal erfolgreich. Am Sonntag peilt er als Trainer mit dem SC Kapellen den Titelhattrick an.

Am Wochenende wird zum 32. Mal um den Heribert-Chasor-Gedächtnispokal gespielt. Zum mindestens 20. Mal wird auch Jörg Ferber wieder dabei sein. „Ich coache die Jungs selber. Die Arbeit muss getan werden“, hält Ferber sein Erscheinen in der Gustorfer Sporthalle im Gegensatz zu anderen Trainerkollegen für selbstverständlich. Seine Jungs dürften dadurch von einer geballten Portion an Erfahrung profitieren. Die genaue Anzahl an Teilnahmen bekommt der 51-Jährige nicht mehr genau zusammen. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, da sein Debüt schon mehr als 20 Jahre zurückliegt. An seine Erfolge kann sich Ferber noch ein Stück weit besser erinnern. 1998 und 1999 holte er mit dem VfR Neuss den Pokal zweimal als Spieler und wurde zusätzlich als bester Akteur ausgezeichnet. Bei seiner ersten Station als Trainer gelang ihm 2001 mit dem TSV Bayer Dormagen direkt der Triumph. Ende der 2000er-Jahre kehrte Ferber als Trainer zum VfR Neuss zurück. Und konnte seine schönste Erinnerung an die Kreishallenmeisterschaft damit verknüpfen. 2009/2010 konnte er mit dem VfR den Aufstieg in die Landesliga schaffen, den Kreispokal und die Kreishallenmeisterschaften gewinnen. „Das war natürlich eine tolle Zeit“, erinnert sich Ferber gerne an die Titelflut zurück.

Auch mit dem TuS Grevenbroich und der DJK Hoisten, die er jeweils zwei Jahre trainierte, nahm er an der Endrunde des Hallenpokals teil. Vor sechs Jahren spielte Ferber sogar noch mit stolzen 45 Jahren für die DJK bei der Endrunde. Sein letzter Auftritt als Trainer liegt drei Jahre zurück. Damals schied er in der Gruppenphase aus. Geht es nach Ferber darf es dieses Jahr trotz aller Zurückhaltung durch ein bisschen aus weiter gehen. „Als Wolfgang Bergemann Trainer beim VfR Neuss war, hat er zu uns mal gesagt: Ihr müsst jeden Pokal gewinnen, den ihr gewinnen könnt. Ihr wisst nie, wie lange ihr noch spielt oder die Möglichkeit habt“, sagt Ferber und führt an, „Wir müssen nicht in erster Linie gewinnen. Aber wir haben eine richtig gute Mannschaft und gegen einen Pokal mehr in der Vitrine habe ich nie etwas einzuwenden“.

Aus Erfahrung weiß Ferber natürlich sehr genau, dass sich in der Halle am Ende meist die technisch versierteren Spieler durchsetzen. In diesem Fall dürfte Ferber gute Chancen haben, am Sonntagabend den Titel-Hattrick als Trainer fast zwei Jahrzehnte nach dem ersten Erfolg zu schaffen.