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Handball: Kortes Ausfall trübt die Stimmung

Handball : Kortes Ausfall trübt die Stimmung

Mit neuem Trainer und neuem Linkshänder wollte der TV Korschenbroich morgen Abend beim Tabellenletzten in Rostock das Unterfangen "Verbleib in der Zweiten Handball-Bundesliga" mit einem Sieg beginnen. Doch der Kreuzbandriss von Florian Korte hat die Euphorie zunichte gemacht

Eigentlich hatte sich alles gut angelassen für Christian Voß: Im Rheinland hat sich der gebürtige Lübecker inzwischen leidlich eingelebt, im Neusser Etienne-Krankenhaus eine Arbeitsstelle als Narkosearzt gefunden.

Und auch mit seiner sportlichen Zwischenbilanz als Verantwortlicher des TV Korschenbroich durfte der 41-Jährige zufrieden sein: Fünf Punkte holte der Handball-Zweitligist in den fünf Spielen unter seiner Regie, genau so viele wie sein Vorgänger – nur dass Jörn Ilper dafür elf Partien benötigte. Dazu war der TVK auf seiner Suche nach Verstärkung endlich fündig geworden: Nachdem Steffen Fischer schon seit Wochen mittrainiert und am Sonntag seinen Vertrag in Dessau auflöste (die NGZ berichtete), gab der Zweitligist gestern dann auch die Verpflichtung des 21 Jahre alten Linkshänders bekannt.

Doch von euphorischer Stimmung ist bei Christian Voß zwei Tage vor dem Neustart nach der EM-Pause wenig zu spüren. Schuld ist der Kreuzbandriss nebst Meniskusschaden, den sich Florian Korte am Samstag im Testspiel gegen den Ligarivalen DHC Rheinland (26:30) zuzog. "Eine Katastrophe für die Mannschaft", urteilt Voß über den Ausfall des 25 Jahre alten Rückraumspielers, der dem TVK mindestens bis Saisonende fehlen wird.

Doppelt bitter, weil er gerade dabei war, Korte "mehr Verantwortung innerhalb des Mannschaftsgefüges und auf dem Spielfeld" zu übertragen. Dreifach bitter, "weil Flo zur Zeit ohnehin einige Probleme mit sich 'rumschleppt," weiß der Trainer und mutmaßt: "Das erlebt man häufig, dass sich ein Spieler schwer verletzt, wenn er den Kopf nicht frei hat." Vierfach bitter, weil Korte dem TVK als "Shooter" – "seine einfachen Toren über die Abwehr hinweg werden uns fehlen", sagt Voß – wie im Innenblock der Deckung nicht zur Verfügung steht.

Beides Rollen, die nun Dennis Marquardt einnehmen soll. Wobei Voß auch an eine Angriffsvariante mit Simon Breuer auf Halblinks und Matthias Fuchs in der Mitte denkt. "Ich hoffe, dass wir noch einen Ersatz für Flo finden, ich hätte da auch eine Idee", sagt Voß. Wenn nicht, "wird das ohnehin schon schwierige Unternehmen Klassenerhalt für uns unendlich viel schwerer", fürchtet der Trainer.

Zumal Robin Doetsch wegen eines Bandscheibenvorfalls gleichfalls auf unbestimmte Zeit fehlen wird. Weil Mathias Deppisch frühestens in vier bis sechs Wochen einsatzfähig sein wird, liegt die Last auf Rechtsaußen momentan allein beim jungen, "allerdings hochtalentierten" (Voß) Philipp Liesebach. Es sei denn, der Trainer schult einen der Linkshänder im Rückraum zum Außen um. Ein Lichtblick: Christoph Piske "hat in der Vorbereitung einen sehr guten Eindruck hinterlassen", sagt Voß. Ob das reicht, ob morgen beim punktgleichen Schlusslicht HCE Rostock zu bestehen, weiß er nicht: "Normalerweise hätte ich uns einen Sieg zugetraut", sagt Voß. Doch was ist in dieser Saison in der Zweiten Liga schon normal?

(NGZ)